Um unsere Wirtschaft wirklich zu verändern und unseren Planeten vor der Verwüstung durch den Klimawandel zu schützen, müssen wir endlich saubere und erneuerbare Energie profitabel machen.» Was sich wie die Forderung einer Umweltorganisation anhört, sind die Worte von US-Präsident Barack Obama. Mit seiner «Green Agenda» hat er eine neue Ära in der amerikanischen Wirtschafts- und Umweltpolitik eingeläutet. Kern seiner Politik: Nachhaltiges Wirtschaften. Wie ernst es dem US-Präsident damit ist, zeigt sein Konjunkturpaket in Höhe von 787 Mrd Dollar, welches er Anfang Jahr verabschiedet hat. Darin enthalten sind 78 Mrd Dollar für erneuerbare Energien und umweltfreundliche Infrastruktur. Für sein Engagement bekam er nicht zuletzt den Friedensnobelpreis: «Dank Obamas Initiative spielen die USA jetzt eine konstruktivere Rolle bei der Bewältigung der grossen klimatischen Herausforderungen, denen sich die Welt gegenübersieht», begründete das Nobelpreiskomitee die Preisvergabe.

Dem US-Präsidenten geht es aber nicht nur um eine saubere Umwelt, sondern auch um die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft und die Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze. Obama sieht im Bereich erneuerbarer Energien und umweltschonender Technologien das grösste Zukunftspotenzial für die amerikanische Wirtschaft und den Weg aus der aktuellen Krise. Damit verbunden ist auch sein Ziel, Amerika langfristig weitestgehend von ausländischen Ölquellen unabhängig zu machen.

Weitere Länder ziehen nach

Neben der Sofortmassnahme in Form des Konjunkturpakets, das vor allem in den kommenden zwei bis drei Jahren seine Wirkung entfalten wird, setzt Obama auch langfristig auf eine nachhaltig orientierte Wirtschaftspolitik. Sein «New Energy for America»-Plan sieht stattliche Investitionen von insgesamt 150 Mrd Dollar in den kommenden zehn Jahren vor. Ein Beispiel: Bis 2015 sollen 1 Mio Hybridautos, die in den USA gefertigt werden, auf amerikanischen Strassen rollen. Der Anteil alternativer Energie bei der Stromerzeugung soll von heute 7% bis 2012 auf 10 und bis 2025 auf 25% erhöht werden.

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Wettbewerbsdruck erhöht

Obama hat mit seinen Vorhaben den internationalen Wettbewerbsdruck deutlich erhöht. So haben unter anderem Japan, China, Südkorea und Deutschland mit den USA gleichgezogen und setzen ebenfalls umfangreiche Konjunkturprogramme mit Nachhaltigkeitskomponenten um. Damit wollen sie in erster Linie heimische Unternehmen unterstützten, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Prozentualer Spitzenreiter beim grünen Anteil der Konjunkturprogramme ist Südkorea mit mehr als 80%. In den kommenden vier Jahren sollen in dem asiatischen Land rund 36 Mrd Dollar in Umwelt- und Klimaschutz investiert werden. Der internationale Wettstreit auf politischer Ebene ergibt ein weiteres Momentum, das der Branche in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten bescheren wird.

Neben «klassischen Ökounternehmen» wie Hersteller von Solaranlagen oder Windrädern profitieren auch zahlreiche andere Branchen von dem globalen Trend zu mehr Nachhaltigkeit. Dazu zählen Gebäudetechnik, energieintensive Industrien, Maschinen- und Anlagenbau, Informationstechnologie und IT-Services sowie die Energiewirtschaft selbst.

Ein Beispiel: Die Wachstumsaussichten im Gebäudesektor. So ergeben sich die Marktchancen in diesem Bereich - allein die privaten Wohnhäuser machen ein Viertel des weltweiten Energieverbrauchs aus - durch energieeffiziente Heizsysteme, dezentrale Kraftwärmekopplung, bessere Gebäudeisolierung und Haushaltsgeräte, die signifikant weniger Strom verbrauchen. Zu weiteren Profiteuren zählt die IT-Branche. IT-Systeme, die zum Energiemanagement in der Verkehrssteuerung, bei Lösungen zum Steuern von intelligenten Stromnetzen und im Energiemanagement bei industriellen Verbrauchern eingesetzt werden, bieten ein Marktpotenzial von zusammen rund 30 Mrd Euro in 2020. Diese Zahlen zeigen, welche Marktchancen der Trend zum nachhaltigen und umweltverträglichen Wirtschaften abseits der klassischen Ökobranche bietet. Im Nachhaltigkeitsbereich lässt sich eine globale, langfristige Entwicklung beobachten, an der Anleger besonders mit breit aufgestellten Investmentfonds, wie etwa dem Pioneer Funds - Global Ecology, partizipieren können. Im Gegensatz zu vielen Themenfonds im Bereich Solar oder Wind hat sich der Fonds dem Thema Nachhaltigkeit und Ökologie mit all seinen Facetten verschrieben. Die Sektoren Waffen, Tabak, Alkohol, Glücksspiel und Pornografie sind dabei tabu. Zudem müssen Standards bei Menschen- und Arbeitsrechten eingehalten werden.

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