Die Deutsche Bank will bei ihrem geplanten Stellenabbau im grossen Stil Jobs in Deutschland streichen. Bekannt ist, dass die Grossbank insgesamt 18'000 Stellen weltweit abbauen will; davon sollen rund die Hälfte auf den Heimmarkt entfallen: Dies meldet die Nachrichtenagentur «Bloomberg» unter Berufung auf «people familiar with the matter».

Die Deutsche Bank wollte sich nicht zu Details zu äussern. Ende letzten Jahres zählte die Deutsche Bank gut 91'700 FTE weltweit, davon rund 41'700 in Deutschland. Bis 2022 sollen noch etwa 74'000 Jobs übrig bleiben. 

Fokus Retail-Bank

Ausserhalb Deutschlands werde London speziell hart getroffen – teils wegen dem Brexit –, während in den USA etwas weniger Stellen mit Kundenbezug wegfallen könnten, nachdem dort das Aktienhandels-Geschäft aufgegeben wurde. Die Informanten von «Bloomberg» wollten nicht zitiert werden, da die Gespräche immer noch im Fluss sind.

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Die Pläne würden bedeuten, dass die Retail-Bank in Deutschland doch erheblich gestrafft würde. Der neue Divisionschef, Manfred Knof, sucht derzeit nach Einsparmöglichkeiten. Laut den anonymen Quellen werde geprüft, den Zweit-Hauptsitz in Bonn zu einer normalen Filiale herabzustufen und die eigene Rechtsstruktur des Massengeschäfts aufzulösen – unter anderem, um Regulierungskosten zu sparen.

Gestern wurde bekannt, dass HSBC prüft, insgesamt 10'000 Stellen zu streichen (bei einem weltweiten Bestand von 235'000 Jobs) – und zwar insbesondere in Europa. Wie «Bloomberg» errechnet hat, kündigten europäische Grossbanken seit Jahresbeginn die Streichung von über 50'000 Stellen an.

(Bloomberg/rap)