In Grossbritannien führte die Regierung während der Finanzkrise eine massive Steuer auf Bankerboni ein. Die Credit Suisse hat nun versucht, das Geld auf dem Gerichtsweg zurückzufordern – ohne Erfolg. Ein Londoner Richterin wies die Forderung am Freitag zurück.

 

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Die CS sah sich von der Regierung unfair behandelt. Die Steuer galt während gut einem Jahr für Boni von über 25'000 Pfund (aktuell 31'000 Franken). Ab diesem Betrag mussten die Banken 50 Prozent dem Staat abliefern.

Die Kritik der CS richtet sich gegen die Dauer der Abgabe: Sie war vom 09. Dezember 2009 bis 5. April 2010 in Kraft. Einige Banken zahlten die Boni allerdings ausserhalb dieser Periode aus – und waren von der Steuer daher ausgenommen. Dies sei «diskriminierend und unfair», so die Credit Suisse.

Die CS kappte den Bonustopf

Bei der Klage ging es um viel Geld: Die Credit Suisse musste der linken Labour-Regierung umgerechnet 440 Millionen Franken an Steuern abliefern.

Auch die Zürcher CS-Banker spürten die Folgen der Steuer, die Bank kappte ihren Bonustopf damals insgesamt um fünf Prozent. Die Steuer spülte rund 3,4 Milliarden Pfund (4,2 Milliarden Franken) in die britische Staatskasse.

(mbü, mit Material von der Agentur Bloomberg)