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Konzernspitze
Die neuen Mächtigen der Credit Suisse

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam etabliert seinen Machtzirkel: Er beruft langjährige Weggefährten und altgediente CS-Banker in die Geschäftsleitung. Fast alle Posten werden neu besetzt.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 21.10.2015

Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam veranstaltet eine beachtliche Personalrochade. Als er heute früh den Startschuss zum Umbau der Credit Suisse gab, mussten vorherige Topkräfte ihren Hut nehmen. Die Geschäftsleitung insgesamt wächst aber an auf zwölf Mitglieder, zwei mehr als vorher. Sechs Manager sind frisch dabei.

Langjährige Weggefährten von Thiam wie Pierre-Olivier Bouée  und Peter Goerke wurden im Vorfeld als Kandidaten für wichtige Posten gehandelt. Thiam hatte Buoée bereits zu seinem Amtsamtritt am 1. Juli zu seinem Stabschef gemacht, der Franzose leitet nun künftig als COO das operative Geschäft. Bouée kennt den heutigen CS-Chef aus seiner Zeit bei McKinsey in Paris. Er folgte Thiam nach London, als er die Leitung des britischen Versicherers Prudential übernahm.

Getreue von Tidjane Thiam

Ebenfalls zu seinen Getreuen zählt Peter Goerke. Er kümmerte sich bei Prudential um das Personalwesen und übernimmt diese Funktion auch bei der Credit Suisse. Er löst damit Pamela Thomas-Graham ab, die nicht länger Teil der Geschäftsleitung ist. Sie führt künftig ein neu geschaffenes, aussergewöhnliches Ressort: Unter dem Titel «New Markets» soll sie sich um Frauen, Afroamerikaner und Homosexuelle als Kunden kümmern.

Urgesteine der Credit Suisse kommen dabei auch zum Zug: Thomas Gottstein, Helman Sitohang und Lara Warner bringen es zusammen auf 47 Jahre im Konzern. Sitohang wird sich um das Asiengeschäft kümmern, während Lara Wagner für Compliance zuständig ist. Der Leiter der Vermögensverwaltung, Iqbal Khan, kam 2013 von EY.

Börsengang des Schweiz-Geschäftes

Vor allem die Personalie Thomas Gottstein ist dabei interessant: Der 51-Jährige wird das künftig wesentlich unabhängigere Schweiz-Geschäft führen. Mit dem geplanten Börsengang leitet Gottstein damit einen Bereich, welcher der früheren Schweizerischen Kreditanstalt gleicht. Die Vorgängerin der Credit Suisse war auf die Schweiz konzentriert, die Ausrichtung als internationale Grossbank kam erst mit dem neuen Namen im Jahr 1989.

Zu den Verlierern der Personalrochade zählt damit eine wichtige Figur: Hans-Ulrich Meister. Der prominente Banker führte die Vermögensverwaltung gemeinsam mit Robert Shafir und das Schweiz-Geschäft. Allerdings kam der für die Grossbank wichtige Bereich nicht recht vom Fleck – wohl auch darum gingen die beiden nun leer aus. Meisters Abgang aus der Geschäftsleitung, so betonte Thiam bei der Präsentation, sei «freundschaftlich» erfolgt. Denoch ist nun ein Banker, der bislang als möglicher Konzernchef gehandelt wurde, nicht länger Mitglied der Geschäftsleitung.

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