Die Modernisierung des Rollmaterials ist bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ein nie endender Prozess. Gerade letzte Woche hat die SBB einen Auftrag von 70 Millionen Franken an die ABB vergeben. Der Industriekonzern soll die seit 1992 in Betrieb stehenden Re 460-Lokomotiven mit neuen, wassergekühlten IGBT-Stromrichtern ausrüsten. Der Betrieb der Züge soll damit in Zukunft deutlich energieeffizienter werden.

Was die Geschwindigkeit betrifft, sind die Züge der SBB im internationalen Vergleich jedoch nicht vorne mit dabei. Aufgrund der vielen Knotenpunkte im Schweizer Netz ist die Beschleunigung ohnehin das wichtigere Kriterium als eine Höchstgeschwindigkeit, die erst nach langer Anlaufstrecke erreicht werden könnte. Durch die bergige Landschaft wäre zudem der Bau von längeren Hochgeschwindigkeitsstrecken viel zu teuer.

Das Projekt Swissmetro wurde 2009 bereits in der Planungsphase aus Kostengründen eingestellt. Angedacht war dabei eine unterirdische Magnetschwebebahn im Vakuumtunnel mit Reisegeschwindigkeiten von mehr als 500 km/h. Und so verkehren die Züge in der Schweiz auf absehbare Zeit mit fahrplanmässigen Höchstgeschwindigkeiten von 200 bis 220 Kilometern in der Stunde.

Ein Schneckentempo verglichen mit den schnellsten Bahnen der Welt:

320 km/h: TGV (Frankreich), Shinkansen (Japan), ICE (Deutschland)

In grossen Ländern mit gut ausgebauten Hochgeschwindigkeitsstrecken gehören reguläre Reisegeschwindigkeiten von 320 km/h schon fast zum Standard. Insbesondere Frankreich gilt schon lange als das Land der schnellen Züge. Die Staatsbahnen SNCF stellten immer wieder Geschwindigkeitsrekorde für Schienenfahrzeuge auf. Auch der aktuelle Weltrekord wird von einem (modifizierten) TGV gehalten, der bei einer Testfahrt im Jahr 2007 schier unglaubliche 574,8 km/h erreichte.

Im Alltagsbetrieb bleibt der TGV auf 320 km/h beschränkt, ebenso wie die neuen Versionen des ICE-3 in Deutschland und die Baureihe E5 des japanischen Shinkansen.

350 km/h: Siemens Velaro E (Spanien)

Der Velaro E von Siemens ist eine Weiterentwicklung des ICE-3. Der Zug wurde speziell an die Anforderungen der Schnellfahrstrecke zwischen Madrid und Barcelona und weitere Wünsche der spanischen Bahngesellschaft Renfe angepasst.

Seit 2007 verkehren die Triebzüge auf unterschiedlichen Strecken in Spanien. Am 16. Juli 2006 erreichte ein Velaro E auf einer Testfahrt eine Geschwindigkeit von 403,7 km/h. Nach Angaben von Siemens wären ohne Modifikationen gar Geschwindigkeiten von über 420 km/h möglich.

360 km/h: Alstom AGV Italo (Italien)

Der schnellste Zug Europas verkehrt zur Zeit in Italien. TGV-Nachfolger AGV (Automotrice à grande vitesse) von Alstom wird vom Betreiber Nuovo Transporto Viaggiatori (NTV) zwischen den italienischen Grossstädten eingesetzt.
Mit Reisegeschwindigkeiten von bis zu 360 km/h wollen die privaten Betreiber um Ferrari-Chef Luca di Montezemolo der staatlichen Trenitalia Kunden abjagen.

380 km/h: CRH 380A (China)

Schneller als in Europa kommen die Bahnpassagiere nur in China ans Ziel. Auf dem ersten Rang der schnellsten Eisenbahnen der Welt steht der China Railways Highspeed CRH380A oder «Harmony Express». Der erste vollständig in China entwickelte Hochgeschwindigkeitszug ist für eine fahrplanmässige Dauergeschwindigkeit von 350 km/h und eine kurzzeitige Höchstgeschwindigkeit von 380 km/h ausgelegt.

Der «Zug der Harmonie» verkehrt zwischen verschiedenen chinesischen Grossstädten. Die 1318 Kilometer zwischen Peking und Shanghai bewältigt der Zug trotz fünf Zwischenhalten in fünfeinhalb Stunden.

430 km/h: Transrapid Shanghai (China)

Schneller als klassische Eisenbahnen sind sogenannte Magnetschwebebahnen. Es handelt sich dabei um spurgeführte Verkehrsmittel, die durch magnetische Kräfte in der Schwebe gehalten werden. Anfang 2004 wurde der Regelbetrieb des Transrapid Shanghai als schnellstes spurgebundenes Fahrzeug der Welt aufgenommen.

Auf der Strecke zwischen dem Messezentrum und dem Flughafen Pudong erreicht die Magnetschwebebahn bis zu 430 km/h. Die 30 Kilometer lange Strecke wird dabei in 7 Minuten und 18 Sekunden zurückgelegt. Das ursprünglich in Deutschland entwickelte Verkehrssystem von Thyssen Krupp und Siemens ist allerdings hoch defizitär. Die 430 km/h werden nur noch bei 12 von 59 täglichen Fahrten erreicht. Bei den restlichen Fahrten beträgt die Höchstgeschwindigkeit noch mickrige 300 km/h. Angeblich wollen die Betreiber mit der Massnahme die horrenden Stromkosten senken.

Erfahren Sie in der Bildergalerie oben mehr zu den Superschnellzügen.