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Accessoire
Die SBB schenken sich eine Luxus-Uhr

Die riesige digitale Uhr am neuen Hauptsitz der SBB in Bern Wankdorf ist unübersehbar. Nicht nur ihre Dimension ist beachtlich. Der Staatskonzern gab dafür auch ein kleines Vermögen aus.

Von Stefan Eiselin und Dominic Benz
am 23.10.2014

Die SBB zogen kürzlich aus dem Stadtzentrum ins Aussenquartier. Neben dem Bahnhof Bern-Wankdorf bauten sie einen eindrücklichen neuen Hauptsitz, in dem dereinst 1800 Personen arbeiten werden. Mit grossem Brimborium wurde das 190 Millionen Franken teure Gebäude vor zwei Monaten eröffnet. SBB-Lenker Andreas Meyer und Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät weihten den eindrücklichen Bau Mitte August feierlich ein.

Der Staatsbetrieb investierte nur ins Modernste. An den Fassaden sind farbige Glaslamellen angebracht, die sich mit der Sonne bewegen und für ein gutes Raumklima sorgen sollen. Zudem wurden die zwei Bürogebäude im energiesparenden Minergie-P-Standard gebaut. Einzelbüros gibt es im neuen SBB-Sitz keine mehr. Die Arbeitsplätze werden geteilt.

«Unverwechselbares Identitätsmerkmal der SBB»

Investiert haben die SBB auch in ein neues Erkennungsmerkmal. Vor den beiden Gebäuden liessen die Bundesbahnen eine riesige Uhr aufstellen. Sieben Meter beträgt ihr Durchmesser. «Die SBB-Uhr symbolisiert Innovation und Zuverlässigkeit und ist ein unverwechselbares Identitätsmerkmal der SBB und der Schweiz», erklärt ein Sprecher der SBB. Die grosse, freistehende Bahnhofsuhr sei Teil der im Rahmen von «Kunst am Bau» realisierten Massnahmen.

Es ist ein teures künstlerisches Accessoire. Die von der Firma John Lay Solutions in Littau LU hergestellte «grösste digitale SBB-Bahnhofsuhr der Welt» (Eigenwerbung) kostet die hoch subventionierte Bahn einen Betrag «in der Grössenordnung von 700‘000 Franken», wie der Sprecher gegenüber handelszeitung.ch erklärt. «Wir sind überzeugt, dass mit diesem künstlerischen Werk die Attraktivität des Standortes gesteigert wird», begründen die SBB.

Sitz in Bern Wankdorf «kein Prunkbau»

Gaben die SBB damit zu viel aus? Kritiker finden «Ja» und verweisen auf die jüngst angekündigte Preiserhöhung von 2,3 Prozent auf Dezember und die letztes Jahr auf rekordhohe 3,2 Milliarden Franken gestiegenen Zuschüsse aus der Staatskasse. Die Bundesbahnen selbst verteidigen sich: «Der neue Hauptsitz der SBB ist keinesfalls ein Prunkbau, sondern ein modernes, funktionales und nachhaltiges Gebäude.»

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