In der Schweiz sind 2017 rund 22,6 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung ausgegeben worden. Damit belegt die Schweiz international einen Spitzenplatz. Nur Israel und Südkorea gaben im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) mehr aus.

In der Schweiz entsprachen die Forschungs- und Entwicklungsausgaben 3,4 Prozent des BIP, wie das Bundesamt für Statistik am Dienstag mitteilte. In den USA waren es nur halb so viel. In der EU liegt der Wert bei 1,9 Prozent, der OECD-Durchschnitt beträgt 2,4 Prozent.

Über zwei Drittel der gesamten Ausgaben entfallen auf die Privatwirtschaft, die Hochschulen steuern 28 Prozent bei. Dieses Verhältnis hat sich in den letzten Jahren stark verändert. 2004 hatte der Anteil der Unternehmen noch bei fast drei Vierteln gelegen.

Ausgaben der Hochschulen haben zugenommen

Zwischen 2015 und 2017 gingen deren Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Schweiz sogar leicht zurück. Dafür investierten Schweiz Unternehmen kräftig im Ausland: 2017 gaben sie nahezu 7,9 Milliarden Franken für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Ausland aus, 40 Prozent mehr als 2015. In die Gegenrichtung flossen lediglich 1,2 Milliarden Franken.

In der Schweiz stiegen dafür die Ausgaben der Hochschulen. Deren Ausgaben legten um 332 Millionen Franken oder 6 Prozent zu.

Ebenfalls verändert hat sich die Bedeutung der Grundlagenforschung. Waren in dem Bereich traditionellerweise die Hochschulen tätig, haben die Unternehmen in den letzten Jahren kräftig aufgeholt. 2017 wendeten sie mehr als 40 Prozent ihrer Forschungs- und Entwicklungaufwendungen in diesem Bereich auf.

Nach Wirtschaftszweigen aufgeschlüsselt weist die Pharmaindustrie das grösste Wachstum auf. Wurden 2004 in dem Bereich noch 518 Millionen Franken investiert, waren es 2017 schon über 3 Milliarden Franken. Auf den IKT-Sektor hingegen entfiel mit 500 Millionen Franken ein vergleichsweise kleiner Betrag.

(sda/tdr)

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