Die Vielfalt an Anlagefonds ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. Anlagefonds gibt es heute in allen Anlageklassen, für jedes nur erdenkliche Anlageziel und nahezu alle Anlagebedürfnisse. Inzwischen umfasst das Universum des Schweizer Fondsmarkts über 3500 Anlagefonds (siehe Tabelle).

Bonität des Emittenten

Sämtliche Anlagefonds, die in der Schweiz öffentlich vertrieben werden, bedürfen als kollektive Kapitalanlagen einer Bewilligung der integrierten Finanzmarktaufsicht (Finma). Sie sind durch das Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (KAG) reguliert und ihm unterstellt. Das KAG stellt den Schutz des Anlegers in den Mittelpunkt und verlangt, dass der Fondsemittent das Fondsvermögen unabhängig von seinem Gesellschaftsvermögen führen muss, entweder auf Basis eines Fondsvertrags mit einer Depotbank oder durch Gründung einer Investmentgesellschaft mit variablem Kapital (SICAV). Dieses Sondervermögen ist somit im Falle eines Konkurses des Fondsemittenten geschützt.

Nicht so bei den strukturieren Produkten. Sie sind zwar ebenfalls kollektive Kapitalanlagen. Das KAG reguliert hier aber bloss das öffentliche Angebot der Produkte und wer zu deren Emission berechtigt ist. Bei strukturierten Produkten steht der Emittent mit seinem ganzen Vermögen für die Erfüllung der Rückzahlung ein und führt die Schuldverschreibungen in seiner Bilanz. Muss er Konkurs anmelden, sind davon alle Anleger betroffen, auch die, die ein kapitalgeschütztes Produkt erworben haben. Denn der Kapitalschutz ist jeweils nur so gut, wie die Bonität des Emittenten.

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Bislang ist in der Schweiz noch nie eine Fondsleitung respektive ein Fonds in Konkurs gegangen. Das KAG macht den Fondsleitungen abhängig vom verwalteten Fondsvermögen Eigenmittelvorschriften. Zudem dürfen die Fondsleitungen neben der Verwaltung des Fondsvermögens keine weiteren Geschäfte tätigen. Überdies schützen das KAG und die dazugehörige Verordnung den Anleger durch Anlagevorschriften in den verschiedenen Fondskategorien. So sind beispielsweise bei Effektenfonds, zu denen die traditionellen Aktien-, Obligationen- und Geldmarktfonds zählen, Leerverkäufe nicht zulässig, Engagements pro Emittent eines Basiswerts auf 10% beschränkt und auch die Kreditaufnahme streng limitiert. Ebenso ist bei Effektenfonds der Einsatz von alternativen Anlagen geregelt.

Die Kategorie der übrigen Fonds für alternative Anlagen, darunter fallen beispielsweise Hedge- Fonds oder Funds of Hedge Funds, dürfen dagegen höhere Risiken eingehen, indem sie Leerverkäufe tätigen, Aktienanlagen mit Krediten finanzieren und in synthetische Finanzinstrumente investieren können. Eben dieser Leverage-Effekt kostet diese Fonds aber im gegenwärtigen Umfeld überdurchschnittlich viel Performance.

Produkte verstehen

Die teilweise schmerzlichen Erfahrungen der Finanzkrise dürfte die Rückkehr der Marktteilnehmer zu einem vernünftigeren Verhalten und einem massvolleren Umgang mit Marktrisiken begünstigen. Anlegern ist zu empfehlen, nur in Produkte zu investieren, die sie auch verstehen. Traditionelle, phasenweise als «langweilig» geltende Anlagefonds sind hier gegenüber komplexen, intransparenten Finanzkonstrukten, wie sie strukturierte Produkte oder alternative Anlagen generell sind, klar im Vorteil. Anlagefonds kommt dabei nicht zuletzt ihre breite Diversifikation in bis zu 200 Titeln zugute. Simple Aktienfonds profitieren von dieser Tendenz ebenso wie Mischfonds, deren Anlagemix in sinkenden Märkten ausgleichend und risikomindernd wirkt.

Die Produktentwicklung im Fondsbereich wird weitergehen, wobei der Fokus gerade bei Aktienfonds weniger auf der Einführung neuer Anlagedisziplinen als vielmehr auf einer Optimierung des bestehenden Anlageverhaltens liegen wird. Davon zeugen Anlagestrategien wie Active Extension, Market Neutral, Absolute Return oder die FAST-Palette (Fidelity Active Strategy) von Fidelity International. Ziel all dieser Strategien ist es, mehr Ertrag zu schaffen bei gleichzeitiger Reduktion des Risikos. Man sollte sich nun die Frage stellen, ob private wie auch professionelle Investoren nicht gut daran täten, sich nach den schmerzvollen Lektionen des letzten Jahres wieder vermehrt transparenten, sicheren und diversifizierten Anlagen wie Fonds zuzuwenden.