Die Administration von Präsident Donald Trump mag bei der Eindämmung des Virus einen zweifelhaften Job machen, die Zahl der bestätigten Covid-19-Fälle in den USA liegt mittlerweile bei mehr als 4 Millionen, die Zahl der Toten nähert sich der 150000-er Grenze. Bei den Impfstoffen aber dreht sie am ganz grossen Rad.

Das Biotechunternehmen Moderna bekommt eine weitere halbe Milliarde von der Barda, der Biomedical Advanced Research and Development Authority, einer Einheit des US-Gesundheitsministeriums. Der Geldsegen soll es dem Unternehmen möglich machen, die klinische Phase abzuschliessen und die Produktionskapazitäten hochzufahren.

Das Unternehmen, das als erstes überhaupt mit seinem Impfstoff in klinische Tests ging, kam schon früher in den Genuss einer Regierungshilfe über eine halbe Milliarde Dollar.

Studienstart mit Vize Mike Pence

Moderna soll noch am Montag in die dritte – und letzte – klinische Phase gehen. Einem Nachrichtenportal zufolge wird dafür Vize-Präsident Mike Pence in Miami einfliegen. Dort wird die Miller School of Medicine der Universität von Miami eine den Impfstoffkandidaten an 1000 Freiwilligen testen.

Doch Moderna ist nicht das einzige Pferd, auf das die US-Regierung setzt. Vergangene Woche sicherten sich die USA für 1,95 Milliarden Dollar 100 Millionen Dosen des – noch nicht zugelassenen – Impfstoffs, den der US-Pharmakonzern Pfizer zusammen mit dem deutschen Biotechunternehmen Biontech entwickelt.

Die Kosten?: Wohl 20 Dollar pro Dose

Damit hat erstmals ein Impfstoff ein Preisschild bekommen – knapp 20 Dollar pro Impfung oder 40 Dollar pro Person, wenn, wie sich das abzeichnet, zwei Impfungen erforderlich sein werden, um vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 zu schützen.

Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass die Regierung weitere 500 Millionen Dosen kaufen kann.

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Auch mit den beiden Impfstoffjägern Novovax (USA) und AstraZeneca (Grossbritannien) ist die US-Regierung im Geschäft. Die Verpflichtungen der US-Regierung im Rahmen der Operation Warp Speed belaufen sich damit insgesamt auf 6 Milliarden Dollar, wie das Pharma-Nachrichtenportal Endpoints berichtet.

Ziel ist es, bis anfangs 2021 300 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung zu haben, um die ganze US-Bevölkerung einmal zu impfen – so denn einer oder mehrere Impfstoffkandidaten bis dann erfolgreich auf der Zielgeraden einlaufen und von der US-Gesundheitsbehörde FDA als sicher und wirksam beurteilt werden.

Noch sind Hürden zu meistern

Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu nehmen. Moderna und Biontech/Pfizer gehören zwar zu den Impfstoffjägern, welche die Nase ganz vorne haben; aber auch sie stehen noch mitten in der klinischen Entwicklung. Und die Geschichte der Impfstoffforschung zeigt: Bis zum Abschluss einer klinischen Entwicklung kann noch viel schief gehen.  

(rai)