DKSH Holding AG stellt seine Uhrenmarke Maurice Lacroix zum Verkauf. Der Anstieg des Schweizer Franken und nachlassende Nachfrage in Asien haben das Geschäft beeinträchtigt.

DKSH berät und unterstützt Firmen nicht nur dabei, ihre Produkte in Asien zu vertreiben. Das Unternehmen besitzt auch eigene Uhrenfabriken. Die bekannteste und grösste ist die jurassische «Maurice Lacroix». Doch dies soll sich nun ändern. Für die Fabriken werden Käufer gesucht, wie DKSH am Montag im Rahmen der Halbjahresberichterstattung bekannt gab.

Negative Nachfrageentwicklung in Asien

Die Nachfrage in Asien habe sich negativ entwickelt, auch wegen des starken Schweizer Frankens, hiess es zur Begründung. Nach Jahren mit überdurchschnittlicher Profitabilität sei das Geschäft deshalb in die roten Zahlen gerutscht. Es habe nur die Möglichkeit gegeben, nochmals kräftig zu investieren oder eben auszusteigen, sagte DKSH-CEO Jörg Wolle.

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DKSH will nach Angaben von Sprecher Dominique Nadelhofer für die Uhrenmanufaktur noch in diesem Jahr einen Käufer finden. Maurice Lacroix stellt jährlich etwa 90'000 mechanische Uhren her. Die Uhren werden mittlerweile mit einem Rabatt angeboten. Bei Amazon.com gibt es beispielsweise für eine Herrenarmenbaduhr mit einem Listenpreis von 8760 Dollar einen Abschlag von 66 Prozent. Durchschnittlich kosten die Uhren von Maurice Lacroix zwischen 1000 Franken und 5000 Franken, wie Nadelhofer sagte. Die Rabatte bei Amazon.com betragen in diesem Bereich 20 Prozent bis 49 Prozent.

Einzelhandelsstärke der grösseren Uhrenkonzerne fehlt

«Es ist eine solide Marke. Aber sie operieren in einem wettbewerbsintensiven Preissegment und es fehlt ihnen die Einzelhandelsstärke der grösseren Uhrenkonzerne», sagte Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux in Zürich. Er schätzt den Wert von Maurice Lacroix auf über 100 Millionen Franken bei einem Umsatz von jährlich rund 70 Millionen Franken.

DKSH, mit Sitz in Zürich, bietet international Dienstleistungen zur Marktexpansion mit Schwerpunkt Asien an. Das Unternehmen will aus der Uhrenherstellung aussteigen und sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, wie CEO Jörg Wolle in einer Telefonkonferenz mit Journalisten erläuterte. In den letzten Jahren seien mehrere Interessenten für Maurice Lacroix an DKSH herangetreten und er sei zuversichtlich, dass die Marke ein neues Zuhause unter dem Dach einer grösseren Gruppe finden werde, fügte er an.

Restrukturierung soll den Gewinn im Jahr 2016 stärken

DKSH verbuchte in seiner Konsumgütersparte im ersten Halbjahr einen Einmalaufwand in Höhe von 59,4 Millionen Franken im Zusammenhang mit Abschreibungen und Kosten im Luxusgeschäft. Vorausgegangen waren «viele Jahre mit einer überdurchschnittlichen Profitabilität» in diesem Geschäft, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Die Restrukturierung soll den Gewinn im Jahr 2016 stärken, hiess es weiter.

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Der Aktienkurs gab um bis zu 5,1 Prozent nach und notierte zuletzt mit einem Minus von 3,9 Prozent. Der operative Gewinn von DKSH im ersten Halbjahr war um 6,2 Prozent gestiegen auf 139,5 Millionen Franken. Das verfehlte die Analystenerwartung von 142,8 Mio. Franken. Die Nachfrage nach Konsumgütern in Thailand war zurückgegangen. In dem Markt erzielt DKSH rund ein Drittel vom Umsatz.

Swatch ist nicht interessiert

Zum Luxusbereich des Unternehmens zählen auch die Marke Glycine sowie ein Joint-Venture mit Davidoff. Wolle zu Folge wird der Bereich entweder als Ganzes oder in Teilen verkauft.

Die Swatch Group AG, der grösste Schweizer Uhrenhersteller, ist nach Angaben von Sprecherin Beatrice Howald nicht am Kauf von Maurice Lacroix interessiert. «Wir haben alle Marken, die wir benötigen», sagte sie.

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(bloomberg/ccr)