Die Konsumgüterfirma Doetsch Grether (Fenjal, Nivea, Neo-Angin, Grether’s Pastilles) kommuniziert am liebsten über das Kantonsblatt. Wenn ein Wechsel in der Geschäftsleitung ansteht, liest man das am besten im Amtsblatt nach, leicht zeitverzögert, dafür kostengünstig. Josef Ammann, der 2009 als «CEO ad interim» geholt wurde, ist seit Frühsommer weg. Seine Stelle wurde bislang nicht besetzt, bestätigt die Assistentin der Geschäftsleitung. Seit Ammanns Abgang steht die vierköpfige Geschäftsleitung in der Verantwortung. Den Bereichsleitern zur Hand geht Verwaltungsrat Erich Wyss. Ein spezielles Führungsmodell beim 200-Millionen-Betrieb: «In enger Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat wird das Unternehmen familiär geführt und täglich weiterentwickelt», lautet die Management-Philosophie.

Als Ammann übernahm, ging es darum, «ein Führungsvakuum zu verhindern» (Ammann). Wie lange der führungslose Zustand anhalten soll, ist nicht bekannt. Vor Ammann hatte sich Doetsch Grether nach 14 Monaten von CEO Peter Degen getrennt. Weitere Kaderleute verliessen das Haus. Geprägt wird das Familienunternehmen von Esther Grether und ihrer Tochter Susanne. Die Familie ist seit Jahrzehnten Grossaktionärin bei Swatch.