Die Dresdner Bank (Schweiz), Private-Banking-Tochter des deutschen Bankgiganten, sorgte in den vergangenen Wochen für negative Schlagzeilen. Ein Kadermitarbeiter in Zürich veruntreute Gelder in Höhe von rund 14 Millionen Franken. Dies meldete die BILANZ in ihrer Online-Ausgabe Mitte Januar.

Eine interne Kontrolle im November 2003 hatte den Fall ans Licht gebracht. Der betroffene Mitarbeiter wurde fristlos entlassen und in Untersuchungshaft gesetzt. Nach Angaben der Bank sind die betroffenen Kunden informiert und werden schadlos gehalten.

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Es ist dies bereits der zweite Betrugsfall in nur drei Jahren. In der Zeit bis Herbst 2001 haben zwei Mitarbeiter die Bank um rund zwei Millionen Franken betrogen, wie der zuständige Bezirksanwalt Martin Frei bestätigt. Ein dritter Mitarbeiter ist am Rande beteiligt. Die Verfahren sind hängig.

Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen besteht laut Frei nicht. Im Gegensatz zum 14-Millionen-Betrug wurden 2001 nicht Kunden, sondern die Bank selber geschädigt.

Mitarbeiter aus der Logistik und dem IT-Bereich vereinbarten dabei, teilweise zusammen mit ebenfalls involvierten Zulieferern aus der Büromaterialbranche, Falsch- oder Minderlieferungen und schrieben dafür fiktive oder zu hohe Rechnungen. Die Überschüsse teilten die Involvierten untereinander auf.

Dass in kurzer Zeit zwei Betrugsfälle stattfanden, soll laut Insidern die Muttergesellschaft aus Frankfurt auf den Plan gerufen haben.

Dominique Franz, Sprecher der Dresdner Bank (Schweiz), bestätigt, dass derzeit Compliance-Spezialisten aus Frankfurt im Haus seien. Doch dies habe mit den Betrugsfällen nichts zu tun, sondern seien normale Routinekontrollen.

Gerüchte, in der Geschäftsleitung der Dresdner Bank (Schweiz) unter Franz-Josef Lerdo, René Frischknecht und Thomas Lysser stünden Veränderungen an, werden in Frankfurt dementiert. «Diese Frage stellt sich nicht», sagt Theis Kiewitt, ein Sprecher der Dresdner Bank. Die Verantwortlichen der Dresdner Bank (Schweiz) hätten den jüngsten Betrugsfall selber entdeckt und gemeldet, die Kontrolle funktioniere. Gegen kriminelle Energie sei kein Management gefeit, so Kiewitt.