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E-Mails von GMX.ch künftig verschlüsselt

gmx.ch E-Mails künftig verschlüsselt
Mehr Sicherheit für die Benutzer von GMX & Co. (Bild: Keystone)

Die deutsche Telekombranche zieht Konsequenzen aus den Geheimdienst-Spähaffären und will die Sicherheit des E-Mail-Verkehrs erhöhen. Davon profitieren auch Schweizer Kunden.

Künftig wird die komplette elektronische Post von Kunden der Deutschen Telekom und von United Internet (GMX, web.de) verschlüsselt.

Dies gilt für den gesamten europäischen GMX-Verbund, also auch für Konten mit der Schweizer gmx.ch-Endung, wie GMX-Geschäftsführer Jan Oetjen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Aus welchem Land der Zugriff erfolge, spiele keine Rolle, die automatische Verschlüsselung laufe künftig überall und auf allen Übertragungswegen.

GMX, T-Online und web.de übertragen die E-Mails laut Mitteilung vom Freitag zwischen ihren Rechenzentren ab sofort verschlüsselt. Der Weg vom Endgerät zum Mail-Server ist bereits heute für alle Kunden verschlüsselt, die eine Mail-Anwendung der Partner einsetzen beziehungsweise in ihrem E-Mail Programm (z.B. Outlook) die so genannte SSL-Verschlüsselung aktiviert haben.

Von Anfang 2014 an werden die Partner aus Sicherheitsgründen nur noch SSL-verschlüsselte Mails transportieren, so dass der Datenverkehr auf allen Übertragungswegen im Mailverbund sicher ist.

Die Deutsche Telekom und United Internet verwalten etwa zwei Drittel der rund 60 Millionen elektronischen Postfächer der Deutschen. Telekom-Chef Rene Obermann sagte vor den Medien in Berlin, die«E-Mail-Made-in-Germany» genannte Initiative stehe auch weiteren Firmen offen, die sich den Sicherheitsstandards verpflichteten.

In der Schweiz ist laut Swisscom kein solcher Sicherheits-Verbund von Maildienst-Anbietern geplant. Mailverkehr innerhalb von bluewin unterliege aber dem Schweizer Datenschutzgesetz und sei vor Zugriff von Dritten geschützt, sagte ein Sprecher des Konzerns.

Geschäft mit der Verunsicherung

Telekom-Chef Obermann räumte ein, die Debatte über Datensicherheit biete Unternehmen auch Chancen, sich mit sicheren Angeboten von Konkurrenten abzusetzen. Dies gelte gerade für Firmenkunden.«Unterm Strich ist das Thema aber schlecht für die gesamte Industrie.»

«Die Bürger in Deutschland sind wegen der Spähaktionen zutiefst verunsichert», sagte Obermann. Er wies daraufhin, dass auch die organisierte Kriminalität in diesem Bereich zunehme.«Unsere Zahlen zeigen rasant steigende Cyber-Attacken.»

Im Verbund würden die Daten in sicheren Rechenzentren in Deutschland gespeichert. Zudem werden eine Kennzeichnung von E-Mail-Adressen eingeführt, so dass Empfänger sähen, ob die Adressen den Standards des Verbunds entsprächen. Die Telekom nannte das System«nach allem menschlichen Ermessen» sicher.

(tke/aho/sda)

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