ABB-Chef Björn Rosengren lässt sich auf der Strasse nicht bremsen – obwohl der Börsengang der Konzernsparte E-Mobility auf Eis gelegt ist. Aber den Megatrend E-Mobilität will er doch nicht verpassen. Also wird der rasante Ausbau von ABB E-Mobility anderweitig finanziert. Indem er handverlesene Prominenz als Geldgeber ins Boot holt.

Nun hat er vier neue Investoren einer Privatplatzierung angekündigt, die sich am Geschäft mit E-Ladestationen für Busse und Autos beteiligen. Es sind der deutsche Autobauer Porsche, die US-Investmentfirma General Atlantic, der Nachhaltigkeitsfonds Just Climate aus Grossbritannien und GIC, der mächtige Pensionskassenfonds aus Singapur.

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Dieser ist in der Schweiz bestens eingeführt: 2009 half der Staatsfonds aus Asien bei der Rettung der Grossbank UBS mit. Die vier Neuen stecken 325 Millionen Franken in den Hoffnungsträger ABB E-Mobility.

Mehrheit bleibt bei ABB

Sie sind nicht die ersten. Bereits letzten November flossen 200 Millionen in die Wachstumsstrategie von E-Mobility. Investoren waren Eva Bucher-Haefner, die Schwester von Amag-Besitzer Martin Haefner, dazu Möbelverkäufer Ikea und der Schweizer Software-Unternehmer Michael Halbherr, VR-Präsident von E-Mobility.

Insgesamt halten all diese Investoren 20 Prozent, die übrigen 80 Prozent liegen bei ABB. Die Sparte wird aufgrund der Verkäufe mit 2,5 Milliarden Franken bewertet. Trotz diesem Geldzufluss setzt Rosengren weiterhin auf ein IPO der Lade-Sparte. Und zwar dann, wenn die Märkte «konstruktiv» sind – will heissen: mit weniger Unsicherheiten behaftet. Wann das der Fall ist, bleibt offen.

Letzte Rauchzeichen von Rosengren deuten auf einen Börsengang im Herbst dieses Jahres hin. ABB will auch nach einem Börsengang die Mehrheit an dieser Industrieperle behalten.

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