Gewaltig: Jährlich fallen hierzulande über 2,2 Mio t an verwertbaren Abfällen an - und unser Abfallberg wächst und wächst. Kein Wunder, müssen die Schweizer Gemeinden nach neuen Wegen suchen, wie sie Altglas und auch Kehricht möglichst effizient einsammeln können. Im Altglasbereich sind zent-rale Sammelstellen seit Jahren die Regel. Für den Kehricht sind sie erst allmählich ein Thema.

Eine Vorreiterin bei dieser Problematik ist die Stadt St. Gallen, die für den Kehricht ihrer Bewohner sukzessive zentrale, halbversenkte Sammelstellen errichtet. Als Partner hat sich die Ostschweizer Metropole für eine kleine Firma aus Rümlang ZH entschieden. In jüngster Zeit wählt eine wachsende Zahl von Gemeinden für Altglas oder Kehricht die unterirdischen oder halbversenkten Anlagen von Trashfox.

Das KMU gehört als Tochtergesellschaft zur Kies & Recycling-Gruppe in Embrach ZH, die im Bereich Abbruch und Aushub, Transport, Logistik sowie in der Entsorgungstechnik tätig ist. Seit 2000 ist sie ISO 9001-zertifiziert.

Der Abfall-Fuchs wird geboren

Es war vor sieben Jahren, als sich die Miteigentümer Thomas Häberle und Roland Erdin gemeinsam mit einem Betontechnologen, einem Stahlbauer, einem Entsorgungs- sowie einem Werbefachmann Gedanken über unterirdische Abfallsammelsysteme machten. Das Ergebnis war nach einiger Tüftelei der innovative Trashfox, der als Prototyp Ende 2003 auf den Markt kam. Es war nicht der erste solche Ansatz, aber der Trashfox ist ein Pionier mit runden Behältern aus Beton. Einzigartig daran ist der Betonring, der in einem produziert und eingegossen wird.

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Weil beim Altglassammeln Abwasser entsteht, das entsorgt werden muss, braucht es ein Entwässerungssystem. Beim Trashfox wird nicht über die Innenseiten, sondern ausserhalb entwässert. Unterflursysteme sind nicht nur platzsparend und verschönern das Ortsbild, sie bieten ebenfalls ökologische Vorteile. Joachim Hein, Geschäftsführer von Trashfox und Geschäftsleitungsmitglied der Kies & Recycling-Gruppe, erklärt: «Am besten werden sie mit Füllstandanzeigen versehen, dann stehen nur noch Entleerungsfahrten an, wenn die Behälter auch wirklich voll sind. Das spart noch mehr Fahrten und macht die Entsorgung noch effizienter.»

Weil viele Gemeinden Altglas und Kehricht nicht selbst einsammeln und vermehrt nach Gewicht vergüten, wäre die Methode auch im Interesse der Entsorger. Der Unterhalt spart Personal und Zeit, und es sind keine teuren Spezialfahrzeuge mehr nötig. Ein Lastwagen mit Greifarm genügt. Für die Bürger haben die unterirdischen Systeme den grossen Vorteil, dass jederzeit entsorgt werden kann und nicht mehr nur einmal pro Woche, dann, wenn die Abfalltour im Quartier erfolgt.

Ein weiterer Vorteil sind geringere Geruchsemissionen im Vergleich zu herkömmlichen Containern. Auch die Lärmbelästigung ist deutlich niedriger.

Auch Konkurrenz schläft nicht

Trashfox produziert heute zu 70% für den Altglasbereich. Doch die Zahl der Gemeinden nimmt zu, die auch für den Kehricht unterirdische oder halbversenkte Sammelstellen bauen. So hat sich auch die Stadt Winterthur trotz höherer Entstehungskosten von den Vorteilen überzeugen lassen und sich für die Innenstadt für Trashfox-Systeme entschieden. «Bezüglich Unterhalt, Haltbarkeit und Leerung der Sammelstellen sind Unterflursysteme dafür viel interessanter», betont Hein.

Konkurrenzlos sind die Rümlanger nicht auf dem hiesigen Markt. Ein versierter Mitbewerber ist Villiger Entsorgungssysteme in Oberrüti AG. Andere Anbieter sind nebenbei in diesem Segment tätig. Zu den potenziellen Kunden gehören nicht nur Gemeinden, sondern auch Generalunternehmer. Interessant können die innovativen Sammelstellen für Campingplätze, Spitäler, Autobahnraststätten oder Einkaufszentren sein. «Alle Orte, die ohnehin mit dem Auto frequentiert werden, sind auch ökologisch sinnvoll», sagt Hein.

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Verkaufsvolumen verdoppeln

Das innovative Produkt, das zu 70% in der Schweiz hergestellt wird, wurde mit Hilfe eines externen Entwicklers in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Die schalldämpfende Matte ist jetzt aus einem Material, das von Säuren nicht mehr zerfressen wird, und man hat Bänder eingesetzt, sodass die Gläser nicht mehr zwei Meter runterfallen.

Aus Sicherheitsgründen hat man am Innenbehälter einen Zwischenboden angebracht, der automatisch hochfährt, wenn das 2,5 Meter tiefe Loch während des Entleervorgangs geöffnet ist. Eine Kindersicherung ist Standard bei den 80 Zentimeter hohen Säulen, die auch für Rollstuhlfahrer bedienbar sind. Das Ziel von Trashfox ist, gemäss Joachim Hein, das Verkaufsvolumen zu verdoppeln: «Wir müssen verstärkt an die breite Öffentlichkeit gelangen. Denn das System überzeugt die Leute, wenn sie erst mal davon erfahren.»

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