Sechs Jahre lang hatte Omega daran getüftelt, 2015 war es soweit: Die Swatch-Firma brachte ihre erste mit dem Standard «Master Chronometer» zertifizierte Uhr auf den Markt. Das Gütesiegel steht für genaueste Uhrmacherkunst - die Zeitmesser gelangen erst nach zahllosen Tests in den Verkauf, für die Genauigkeit bürgt das Eidgenössische Institut für Metrologie, Metas.

Durch den Qualitätsstandard «Master Chronometer» setzte sich Omega ab von der Masse - bis jetzt. 

Denn die Bieler Firma erhält Konkurrenz aus Genf: Tudor, die Schwestermarke von Rolex, lanciert ebenfalls eine mit «Master Coronometer» geprüfte Uhr, die «Black Bay Ceramic». Und mit 4500 Franken ist sie fast zweimal günstiger als die billigste Omega mit einem «Master Chronometer», die «Seamaster Diver 300M Black Black».

Bei diesem einem Angriff dürfte es nicht bleiben. Tudor will auch andere Modelle mit dem Siegel «Master Chronometer» versehen.

In Biel bei Omega gibt man sich dennoch gelassen. «Stolz und froh» sei das Unternehmen, dass nun auch andere Uhrmacher das branchenweit höchste Testniveau erreichten. «Es war schon immer die Absicht, einen Zertifizierungsprozess für die gesamte Uhrenindustrie zu entwickeln».

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Laut Uhrenexperte Olivier Müller profitiert Omega vom neuen Wettbewerber - denn dadurch werde die Zertifizierung gestärkt. Doch zu stark freuen dürfe sich Omega dennoch nicht, denn Rolex beweise, «dass seine zweite Marke in der Lage ist, die gleiche Präzision wie die Schweizer Nummer zwei zu erreichen». Omega müsse nun einen neuen Weg finden, sich mit Innovationen abzuheben.

(mbü)

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von Le Temps, «Tudor s’offre la certification d’Omega».