Am heutigen Valentinstag werden wieder Millionen von roten Rosen verschenkt. Woher dieser Liebesbeweis genau stammt, wissen nur wenige. Fakt ist aber, dass rund 90 Prozent der Schnittblumen in der Schweiz importiert sind. Die heimische Blumenproduktion kann die Nachfrage, besonders zum heutigen Herztag, bei weitem nicht decken. 

Deshalb stammen die so beliebten Rosen oft auch aus Entwicklungsländern wie Tansania oder Kenia. Von dort werden sie in die Schweiz geflogen. Das belastet das Klima, wie etwa auch die Einfuhr von exotischen Früchten. Ein schlechtes Gewissen wegen der Umweltbelastung beim Verschenken von Rosen an seine Liebste muss aber nicht sein. 

Flugzeug schlägt Gewächshaus

Eine Studie fördert nämlich Erstaunliches zu Tage: Fairtrade-Rosen aus Afrika sind ökologischer als konventionelle Blumen aus den Niederlanden. Denn bei unserem nördlichen Nachbarn gedeihen Blumen in Gewächshäusern, die mit Gas beheizt werden. Deshalb kann die Ökobilanz von Rosen, die per Flieger kommen, sogar besser sein als bei solchen aus Europa, besagt eine Studie, die von der Migros in Auftrag gegeben wurde. Sie beleuchtet das «Fairtrade»-Label der Max Havelaar Stiftung

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Diese Blumen verursachen bis zu 5,5 weniger Kohlendioxid und benötigen 6.5 Mal weniger Energie. Der Grund liegt auf der Hand: In Kenia und Tansania gedeihen Rosen in einem natürlichen Umfeld, und es kann auf eine Beheizung verzichtet werden. Farmen, die Blumen fair aufzüchten, liegen in Kenia, Äthiopien, Tansania oder Uganda. Für diese Entwicklungsländer spielt die Blumenproduktion eine immer bedeutendere Rolle, weil sie Devisen ins Land bringen und Arbeitsplätze schaffen. 

Treibhausgas geringer

In der Erhebung der Migros wurden konventionelle Rosen aus Ecuador, normale und Fairtrade-Rosen aus Kenia sowie konventionelle Blumen aus Holland miteinbezogen. 

Dabei wurden die landwirtschaftliche Produktion im Ursprungsland, die Verpackung der Rosen und deren Transport in die Schweiz anaylsiert. Die wichtigsten Kritierien waren dabei der Energieverbrauch der niederländischen Gewächshäuser und der Lufttransport. Dabei kam heraus: Die Emissionen des Fluzeugs beim Transport der Rosen von Übersee in die Schweiz sind vier- bis sechsmal geringer als der Ausstoss bei der Beheizung der Gewächshauser in den Niederlanden.

Im «Tulpenland» ist man sich aber über die Umweltbelastung durch die Produktion von Blumen bewusst. Zunehmend setzen Blumenfarmen in den Niederlanden deshalb auf erneuerbare Energie. Und versuchen auch das viele Wasser, das bei der Gewinnung von Rosen benötigt wird, zu reduzieren. Dabei würde man Regenwasser sammeln oder gebrauchtes Wasser wiederverwenden.