Zuerst ein Blick über die Grenzen: Dieser zeigt, dass in Europa die Neuwagenverkäufe im vergangenen Jahr stagnierten oder leicht rückläufig waren. In der Europäischen Union und in den Efta-Ländern wurden 2018 insgesamt 15 625 Millionen Personenwagen (PW) neu in Verkehr gesetzt. Dies entspricht praktisch dem Absatzvolumen des Jahres 2017. Zugenommen haben die Verkäufe gemäss der Statistik des europäischen Herstellerverbandes (Acea) lediglich in den Volumenmärkten Spanien (+7 Prozent) und Frankreich (+3 Prozent), weniger verkauft wurde anderseits in Deutschland (–0,2 Prozent), in Italien (–3,1 Prozent) und in Grossbritannien (–6,8 Prozent).

In der Schweiz fiel der Rückgang mit 4,6 Prozent etwas stärker aus. Der einheimische Automarkt gehört allerdings zu denjenigen Absatzregionen mit der grössten Auswahl an Marken und Modellen. Mehr als fünfzig PW-Hersteller bieten ihre Fahrzeuge an. Die Grosshändler kämpfen mit unterschiedlichen Mitteln, vor allem aber Rabatten um die Gunst der kaufkräftigen, aber auch wählerischen Schweizer Kundschaft.

Auto1Verkaufe

Importeure: Fünf Gesellschaften dominieren. (1: Schätzung, 2: konsolidierter Umsatz, 8: geschätzter konsolidierter Umsatz in der Schweiz. Der Gesamtumsatz der Emil-Frey-Gruppe in Europa beträgt rund 11 Milliarden Franken).

Quelle: Handelszeitung/Auto Schweiz
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Die in unserem Lande aktiven Importgesellschaften befinden sich in überwiegender Zahl im Besitz der Herstellerkonzerne, zwei dominante Importgesellschaften hingegen in Schweizer Familienbesitz. Dazu zählen die Amag-Gruppe mit Mehrheitsaktionär Martin Haefner sowie die Emil-Frey-Gruppe mit Inhaber Walter Frey. Die beiden Unternehmen vertreten in der Schweiz 13 PW-Marken und verkauften 2018 gesamthaft 193557 PW und leichte Nutzfahrzeuge. Dies entspricht einem Marktanteil von 65 Prozent. Die Details präsentieren sich folgendermassen:

UNDATIERTES HANDOUT - AMAG Gruender Walter Haefner wird 100-jaehrig. Am Montag, 13. September 2010, kann Walter Haefner, Gruender und Besitzer der AMAG-Gruppe, seinen 100sten Geburtstag feiern und auf eine aussergewoehnliche Lebensgeschichte zurueck blicken. Weiterer Text ueber ots und auf http://www.presseportal.ch. (PHOTOPRESS/obs/AMAG)

Amag-Gründer Walter Häfner: Der Zürcher Unternehmer war einer der reichsten Schweizer.

Quelle: Keystone

Amag-Gruppe
Von einem «Erfolg trotz schwierigem Umfeld» ist in der Medienmitteilung der Amag Group AG, des führenden Automobilhandelsunternehmens der Schweiz, die Rede. «Trotz einiger Herausforderungen» – wie es heisst – «konnte der konsolidierte Umsatz mit 4,6 Milliarden Franken auf Vorjahreshöhe gehalten werden.» Die Gruppe verkaufte an ihren total 505 Standorten 81 955 PW und 6065 leichte Nutzfahrzeuge.

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Derzeit sind 5823 Mitarbeitende bei Amag tätig, davon über 700 Lernende. Das sind 123 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Amag importiert und vertreibt über das grösste Vertreternetz der Schweiz Autos der Marken Volkswagen (VW), Audi, Seat, Škoda und VW-Nutzfahrzeuge. Zur Gruppe gehört zudem die Amag First AG; mit 1232 Neuzulassungen ist sie die grösste Porsche-Handelsorganisation in der Schweiz.

 

Auto2Schweiz

Luxus ist gefragt: Lamborghinis und Jaguars verkaufen sich gut.

Quelle: Handelszeitung/Auto Schweiz

Die Auto 1 AG, die Vertretungen von Hyundai, Maserati und Bentley zusammenfasst, wurde 2018 in die Amag AG integriert. Im Frühjahr 2019 wurden die Vertretungen von Hyundai und Maserati aufgegeben, der Fokus wird allein auf Bentley gelegt. Ins Portefeuille gehört zudem der Finanzdienstleister Amag Leasing, der 148223 Leasingverträge betreut, was einem neuen Höchstwert entspricht. Die Amag Parking bewirtschaftet zahlreiche Parkhäuser und die Amag Services ist Lizenznehmerin der Autovermietungsfirma Europcar für die Schweiz und bietet an den hiesigen Flughäfen Valet-Parking und schweizweit Chauffeurdienstleistungen an.

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Die Gruppe ist ausserdem mit dem Sharoo-Angebot im Carsharing-Bereich aktiv und investiert in dessen Entwicklung. Der Mitte 2018 neu gegründete Geschäftsbereich Amag Innovation & Venture Lab beschäftigt sich mit den Themen Digitalisierung und neue Mobilitätsformen. Gestartet wurde zusammen mit Swisscom das Joint Venture Autosense, ein mobiler Fahrzeugassistent mit App-Funktion.

Walter Frey, Verwaltungsratpraesident ZSC Lions nimmt an der Pressekonferenz vom 12. September 2007 in Zuerich teil. (KEYSTONE/EQ IMAGES/Melanie Duchene)

Walter Frey: Er hat das Unternehmen seines Vaters Emil zum Grosskonzern gemacht.

Quelle: Keystone

Emil-Frey-Gruppe
Das zweitgrösste Automobilhandelsunternehmen in der Schweiz importiert die Marken Toyota, Subaru, Suzuki, Mitsubishi, Kia, Daihatsu, Land/Range Rover, Lexus, Jaguar sowie teilweise Aston Martin. 2018 wurden über das Emil-Frey-Netz 39104 Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge verkauft. Der konsolidierte Umsatz in der Schweiz betrug 2100 Millionen Franken (Vorjahr 2050), die Zahl der Mitarbeitenden erreichte 3711 Personen (Vorjahr 3550), inklusive 365 Auszubildende. Ein Blick über die Schweizer Grenzen hinaus zeigt hingegen ein anderes Bild. Seit März 2017 ist die Frey-Gruppe das grösste Automobilhandelsunternehmen Europas.

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Zur Gruppe gehören der weltweit grösste FordHändler, die Schwabengarage in Stuttgart, sowie die Kath-Gruppe in Hamburg mit neun Standorten und 700 Mitarbeitenden. Mit dem Kauf von 275 Standorten der Porsche Holding Salzburg vor zwei Jahren katapultierte sich die Frey-Gruppe an die Spitze des europäischen Autohandels. Die übernommenen Standorte befinden sich in Frankreich, in den Niederlanden, in Polen und in Belgien. Verkauft werden die Marken Renault, Dacia, Nissan, Peugeot, BMW, Mercedes-Benz und Ford. Experten schätzen den Umsatz all dieser Firmen mit rund 650 Standorten auf gegen oder gar über 11 Milliarden Franken. 

AutosWoherSiekamen

Deutschland und Japan fertigen am meisten Autos für die Schweiz.

Quelle: Handelszeitung/Astra/Auto Schweiz

BMW (Schweiz) AG
Die Schweizer Tochtergesellschaft des Münchner Konzerns erzielte mit 369 Mitarbeitenden einen Umsatz von 2494 Millionen Franken (Vorjahr 2610). Importiert werden die Marken BMW und Mini, von denen 29 939 Fahrzeuge (Vorjahr 30 554) abgesetzt werden konnten. Die Abteilung BMW Motorräder erreichte ein Verkaufsvolumen von 3389 Einheiten (–29 Prozent). Das Vertriebsnetz in der Schweiz umfasst derzeit 87 BMWHändler und 70 Mini-Händler.

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Mercedes-Benz Schweiz AG
Die Tochtergesellschaft des Daimler-Konzerns erzielte einen Umsatz in der Grössenordnung von rund 2200 Millionen Franken (unverändert zum Vorjahr) und beschäftigte 703 Personen. Die Stuttgarter Tochter vertritt in der Schweiz die Konzernmarken

Mercedes-Benz mit 25'661 Verkäufen (Vorjahr 26'081) und Smart mit 2025 Verkäufen (Vorjahr 2327) sowie mit 61 Händlern die Nutzfahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Fuso. Im Nutzfahrzeuggeschäft ist Mercedes mit 3567 neu immatrikulierten Transportern und Lieferwagen (Vorjahr 3341) sowie 1032 schweren Nutzfahrzeugen (Vorjahr 966) ab 3,5 Tonnen hiesiger Marktleader.

Renault Suisse SA
Die hiesige Niederlassung des französischen Herstellers vertritt Renault und Dacia; sie erzielte 2018 mit 95 Mitarbeitenden einen Umsatz von 737 Millionen Franken (Vorjahr 717,4 Millionen Franken). Neben den 12 729 PW verkaufte die Schweizer Tochter 4611 leichte Nutzfahrzeuge der Marken Renault und Dacia. Das Händlernetz zählt 200 Renaultund 76 Dacia-Partner, verteilt auf 324 Standorte

Dieser Artikel wurde erstmals am 18. Mai auf handelszeitung.ch veröffentlicht und wird aus aktuellem Anlass noch einmal publiziert.