Bei den Verhandlungen der Bundesregierung mit der Lufthansa über Staatshilfen in der Corona-Krise zeichnet sich drei Insidern zufolge kein schnelles Ergebnis ab. «Eine Einigung ist in den nächsten ein bis zwei Wochen zu erwarten», hiess es am Mittwoch in Verhandlungskreisen.

Die zuständigen Ministerien hätten dem angeschlagenen Dax-Konzern diese Woche mehrere Möglichkeiten für staatliche Hilfen unterbreitet. Die Details müssten nun ausgehandelt und mit der EU-Kommission abgestimmt werden, die am Ende noch grünes Licht geben muss.

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Lufthansa hat noch finanzielle Puffer

Es gebe keinen Druck, in dieser Woche eine Einigung hinzukriegen zu müssen, weil die Lufthansa noch finanzielle Puffer habe, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Wie viel Geld die Lufthansa benötigt, steht noch nicht endgültig fest. Regierungs- und Branchenkreisen zufolge dürften es ungefähr neun Milliarden Euro sein.

Das Verhältnis von Eigenkapital und Krediten ist Teil der jetzigen Verhandlungen, ebenso wie die Mitsprachemöglichkeit des Staates. Hier gibt es vor allem in den Bundestagsfraktionen der Union und SPD sehr unterschiedliche Positionen.

Das Geschäft steht wegen Corona still

Bevor die endgültige Struktur stehe, der dann unter anderem auch die Lufthansa-Aktionäre zustimmen müssen, könne es auch eine Zwischenlösung mittels einer Brückenfinanzierung geben, so einer der Insider. Diese Darlehen könnten zu einem späteren Zeitpunkt dann in Aktien oder Stille Beteiligungen gewandelt werden.

Die Lufthansa und die Regierung wollten sich nicht zu den Informationen äussern. Weil das operative Geschäft wegen der Coronavirus-Pandemie so gut wie stillsteht, fürchtet der Vorstand hohe Verluste und Liquiditätsprobleme. Ohne staatliche Finanzhilfe könne die umsatzstärkste Airline-Gruppe Europas nicht überleben, so die Lufthansa zuletzt.

767 Millionen Euro für Austrian Airlines?

Konzernchef Carsten Spohr, der sich gegen eine zu grosse Einflussnahme des Staates ausgesprochen hat, wird heute in Wien erwartet. Dort trifft er wegen Hilfen für die Tochter Austrian Airlines (AUA) die österreichische Regierungsspitze, wie ein Kanzler-Sprecher sagte. «Die Regierung wird im Gespräch mit Spohr klarmachen, dass es ohne Zugeständnisse und Gegenleistungen der Lufthansa sowie einem klaren Bekenntnis zur AUA und dem Standort Wien keine Hilfen geben wird.»

Die AUA hat 767 Millionen Euro beantragt. Ein Grossteil der Summe bestehe aus rückzahlbaren Krediten, der andere Teil seien Zuschüsse, die noch zu verhandeln seien, sagte ein AUA-Sprecher.

(reuters/tim)

Minimalflugplan von SWISS bleibt bis 31. Mai 2020

Swiss wird laut einer Mitteilung vom Mittwoch ihren Minimalflugplan vorerst bis zum 31. Mai verlängern. Ab Zürich bedient Swiss weiterhin die europäischen Städte London (LHR), Amsterdam, Berlin, Lissabon, Stockholm, Porto und Athen und führt drei wöchentliche Langstreckenflüge nach New York / Newark (USA) durch.

Ab Genf bedient Swiss London (LHR), Athen, Lissabon und Porto.

Damit bietet SWISS 28 wöchentliche Flüge, dies entspricht rund 3 Prozent des ursprünglich geplanten Flugprogramms. Fluggäste, deren Flüge abgesagt worden sind oder die ihren Flug nicht wahrnehmen konnten, können ihr Ticket behalten und bis 31. August 2020 eine Umbuchung auf ein neues Reisedatum – bis spätestens 30. April 2021 – und ggfs. ein neues Reiseziel vornehmen. Bei Reiseantritt bis 31. Dezember 2020 erhalten sie für die Umbuchung zusätzlich eine Ermässigung von CHF 50.