Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein vom US-Biotechkonzern Biogen und seinem japanischem Partner Eisai entwickeltes Alzheimer-Medikament im Rahmen ihres beschleunigten Prüfprogramms zugelassen. Das Mittel mit dem Namen Lecanemab könne ein Fortschreiten von Alzheimer im frühen Stadium der Erkrankung verlangsamen, teilte die Behörde zur Begründung am Freitag mit.

Es war das erste Medikament, das das Fortschreiten der häufigsten Demenzerkrankung in einer endgültigen, gross angelegten Studie abschwächt. Das Medikament Lecanemab verringerte das Tempo des kognitiven Abbaus bei Menschen im Frühstadium der Krankheit im Vergleich zu einem Placebo über 18 Monate um 27 Prozent. 

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Zulassungsantrag auch in Europa

Das Medikament stellt einen wichtigen Meilenstein für die Forschenden dar, die seit Jahrzehnten vergeblich versuchen, den unaufhaltsamen Rückgang der Krankheit aufzuhalten. Inwieweit es für die Patienten und ihre Familien einen Unterschied machen wird, ist weniger klar. Zwar scheint es die Krankheit eindeutig zu verlangsamen, doch stellt das Medikament die geistigen Fähigkeiten nicht wieder her oder stoppt ihren Verlust nicht vollständig. 

Biogen und Eisai planen auch Zulassungsanträge in Europa und Japan. Für bestimmte Patienten birgt die Behandlung mit dem Antikörper aber laut einer Studie schwere Nebenwirkungen. Denn bei fast 13 Prozent der rund 1800 Patienten umfassenden Studie, die sich über 18 Monate erstreckte, wurde Lecanemab mit einer gefährlichen Art von Gehirnschwellung in Verbindung gebracht. 

(sda/css)