Er war einer von bereits zehn CEOs beim relativ jungen Telekomkonzern Sunrise: Von 2010 bis 2013 leitete Oliver Steil (47) den zweitgrössten Schweizer Carrier. Miese Kundenzufriedenheit, verzockt beim Kauf der 4G-Lizenzen, viele Managementwechsel, 140 Entlassungen, so die Bilanz seines Wirkens. Nach drei Jahren wurde er ersetzt.

Jetzt hat der Deutsche das grosse Los gezogen: Als CEO des Göppinger Softwareherstellers TeamViewer erhielt er für das abgelaufene Jahr ein Lohnpaket von stolzen 41,3 Millionen Euro – aller Voraussicht nach mehr als jeder andere Manager eines Konzerns in den deutschen Börsenindizes DAX und MDAX.

Zum Vergleich: Der bisher bestverdienende deutsche Vorstand, der inzwischen abgetretene SAP-Chef Bill McDermott, erhielt 2019 eine Gesamtvergütung von 15,2 Millionen Euro.

Seit 2018 Chef bei TeamViewer

TeamViewer bietet Software für Fernwartung und Homeoffice. Die ist in Pan­demie-Zeiten besonders gefragt: «Die beschleunigte Digitalisierung durch Corona ist aber nicht nur ein Strohfeuer, wir erwarten langfristige und nachhaltige ­Effekte auf unser Geschäft», so Steil.

Steil, ein Ex-McKinsey-Mann, heuerte nach seinem Abgang bei Sunrise und einem Abstecher in die Start-up-Welt (YippieYo stellt geländegängige Kinderwagen her) bei der Investmentgesellschaft Permira an, die TeamViewer 2014 für 870 Millionen Euro gekauft hatte. Anfang 2018 wurde er TeamViewer-Chef.

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Grösste deutsche Börsengang eines Tech-Titels

Seither wuchs die Firma von 600 auf fast 1000 Mitarbeiter, 2019 ­gelang mit einer Bewertung von 5,25 Milliarden Euro der grösste deutsche Börsengang eines Tech-Titels seit dem Platzen der ­Dotcom-Blase im Jahr 2000. So kommen zu Steils 810 000 Euro Grundgehalt weitere 750 000 Euro von Regit Eins, der früheren Dachgesellschaft TeamViewers, und knapp 40 Millionen Euro, mit denen er von Permira an der Wertsteigerung beteiligt wird.

Der letzte – sehr erfolgreiche – Sunrise-CEO Olaf Swantee verdiente 2019 übrigens 2,5 Millionen Franken. Dafür brauchte Steil nur 20 Tage.