David Marcus, der bekannteste Schweizer beim Social-Media-Giganten, sagt, Facebook stehe vor der Einführung eines Krypto-Wallets. Es soll den rund 2,9 Milliarden Nutzern ermöglichen, Kryptowährungen zu speichern, wie aus einem Interview der Plattform «The Information» hervorgeht. Dieses Wallet basiert auf dem bereits bekannten Novi Wallet, welches Facebook angekündigt hatte und mit welchem weltweite Zahlungen vereinfacht werden sollen. Das Versprechen dabei: «Geld versenden soll so einfach werden wie Nachrichten zu versenden». 

Nun soll das Krypto-Wallet schneller kommen als gedacht: Der oberste Krypto-Manager bei Facebook sagt, dieser Schritt könne möglicherweise bereits vor der Einführung der Facebook-eigenen Währung Diem erfolgen. Daran arbeite man parallel, so Marcus. Diem ist der Nachfolger der Facebook-Währung Libra, die wegen zu grosser Bedenken der Nationalbanken nun anders aufgezogen wird.

Zugang für Milliarden von Menschen

Wie im Interview klar wird, will Facebook in den kommenden Monaten eine bedeutendere Rolle im 2-Billionen-Dollar schweren Kryptomarkt zu spielen. Facebook könnte mit der Einführung eines Wallets Milliarden von Menschen ermöglichen, erstmals mit digitalen Währungen in Berührung zu kommen – und sie in einem Markt eintreten lassen, der bisher von Plattformen wie Coinbase dominiert wird.

Des weiteren sagt Marcus, er würde es zwar vorziehen, dieses Novi-Wallet zeitgleich mit der Diem-Währung einzuführen. Diem wäre als Stablecoin an den US-Dollar gebunden. Diese Einführung liege jedoch in den Händen der gemeinnützigen Organisation Diem Association mit Sitz in der Schweiz. Dieser steht Marcus zwar vor, aber er hat keinen direkten Einfluss auf die Regulierungen. «Wir müssen in dieser Hälfte des Jahres einiges erreichen und werden alles tun, was nötig ist, um diese Reise zu beginnen», sagte Marcus im Interview.

Neue Aufgaben für Libra-Chef David Marcus

David Marcus übernimmt bei Facebook zusätzliche Aufgaben: Er soll einen Bezahldienst für Facebook, WhatsApp und Instagram lancieren.

Zugleich sprach Marcus auch über Dogecoin, Ethereum, Bitcoin und die Notwendigkeit von Regulierungen zum Schutz von Einzelanlegern, die «im Grunde ihr gesamtes Geld verlieren» können. Marcus ist bei Facebook seit rund zwei Jahren für alle Zahlungs- und Finanzprodukte verantwortlich. Nach der Verantwortung über die Facebook-Kryptowährung Libra wurde er von Mark Zuckerberg mit zusätzlichen Aufgaben rund um «Facebook Financial» betraut. 

Mit Blick auf die Zukunft von Novi merkte Marcus an, dass es Hindernisse geben könnte. Facebook wolle das Wallet schrittweise in den verschiedenen Ländern einführen. «Bis zur Skalierung von Novi braucht es noch Zeit.»

(tdr)