Die Versicherung Swiss Life antwortet mit einer gepfefferten Stellungnahme auf den Zwangsauszug von Manor aus dem Standort bei der Bahnhofstrasse. Es sei nicht die Aufgabe von Swiss Life, «einen Konzern mit dem Geld unserer Versicherten zu subventionieren, indem wir auf eine marktübliche Miete verzichten». Mit den Kundengeldern müsse man eine marktübliche Rendite erwirtschaften, heisst es in der Mitteilung.

«Leider hat es das Management von Manor unterlassen, rechtzeitig einen alternativen Standort zu finden, obwohl seit 2011 bekannt ist, dass der Mietvertrag ausläuft», so Swiss Life weiter. Die Leidtragenden dieser «fehlenden unternehmerischen Voraussicht» seien die Mitarbeitenden von Manor.

535 Millionen Franken «unrealistisch»

Den gebotenen Kaufpreis von 535 Millionen Franken erachtet Swiss Life als ungenügend. «Die Kaufangebote von Manor waren allesamt unrealistisch und trugen dem einmaligen Standort und dem aktuellen Marktumfeld keine Rechnung.» Eigene Berechnungen hätten einen wesentlich höheren Wert für die Liegenschaft ergeben.

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Zudem würde ein Verkauf der Geschäftsstrategie und den Interessen der Kunden von Swiss Life zuwiderlaufen. Das Immobilienportfolio sei für die Erzielung von regelmässigen Mieterträgen – speziell in einem Tiefzinsumfeld – von grosser strategischer Bedeutung.

Manor sei seit längerem bekannt, dass die Liegenschaften an der Bahnhofstrasse sanierungsbedürftig seien. Die Baubewilligungen dafür seien seit Jahren erteilt. Doch «leider hat das Management von Manor die Ausführung der Arbeiten seit Jahren mit allen Rechtsmitteln verhindert», kritisiert Swiss Life.

Warenhaus Manor an der Bahnhofstrasse Zürich schliesst

Die Manor-Gruppe hätte mehr als eine halbe Milliarde für den Standort geboten – es genügte nicht. Mehr dazu hier.

(gku)