Wie bereits angekündigt, resultiert zudem wegen einer hohen Wertberichtigung ein massiver Halbjahresverlust. Die verwalteten Vermögen beliefen sich per Ende Juni auf insgesamt 119,4 Milliarden Franken gegenüber 112,1 Milliarden per Ende März, wie GAM am Dienstag mitteilte. 

Insgesamt resultierte in den beiden Sparten der Gruppe in den ersten sechs Monaten ein Nettoabfluss von 5,9 Milliarden Franken, nachdem im gleichen Zeitraum des Vorjahres ein Abfluss von 5,2 Milliarden Franken resultiert hatte.

Wertminderung des Goodwill

Das Finanzinstitut verbuchte für das erste Halbjahr einen IFRS-Verlust von 390,1 Millionen. GAM hatte bereits Mitte Juni einen Konzernverlust von «rund 400 Millionen Franken» angekündigt. Hauptsächlich verursacht wurde der Verlust durch eine Wertminderung des Goodwill von 373,7 Millionen Franken, der laut den Angaben primär durch die Übernahme von GAM durch Julius Bär im Jahr 2005 und durch UBS im Jahr 1999 gebildet worden war. 

Der operative Verlust vor Steuern belief sich auf 2,0 Millionen Franken nach einem operativen Vorsteuerergebnis von +2,1 Millionen Franken im Jahr davor. Angekündigt hatte GAM Mitte Juni einen operativen Verlust von «rund 3 Millionen Franken».

Negative Marktbewegungen und Wechselkursentwicklungen

Im margenstarken Bereich «Investment Management» beliefen sich die verwalteten Vermögen per Ende Juni 2020 auf 35,5 Milliarden Franken (Ende März 35,7 Milliarden). Der Bereich verzeichnete im Halbjahr Nettoabflüsse von 8,5 Milliarden Franken, dazu kamen negative Marktbewegungen und Wechselkursentwicklungen. 

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Im Bereich «Private Labelling» erreichten die verwalteten Vermögen einen Stand von 83,9 Milliarden Franken nach 76,4 Milliarden per Ende März. Insgesamt flossen dem Bereich im Halbjahr Neugelder in Höhe von 2,6 Milliarden Franken zu.

«Beschleunigtes Effizienzprogramm»

Das Unternehmen sieht zudem sein «beschleunigtes Effizienzprogramm» auf Kurs. Die Reduzierung des Gesamtaufwands um mindestens 65 Millionen Franken im Gesamtjahr 2020 gegenüber 2019 komme planmässig voran, heisst es in der Mitteilung. Weitere Vereinfachungen der Geschäftsabläufe mit zusätzlichen Effizienzsteigerungen sind für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 vorgesehen. 

Im Plan ist auch die Einführung der «voll integrierten Front-to-Back-Lösung» SimCorp. Von dieser erhofft sich GAM eine Verbesserung der Transparenz und der operative Leistungsfähigkeit und wie auch die Schaffung von Effizienzgewinnen. Die Umstellung der meisten Aktienfonds auf SimCorp im dritten Quartal 2020 und eines Grossteils der festverzinslichen Fonds bis zum vierten Quartal 2020 verlaufe wie geplant. 

GAM rechne nun mit einem «anhaltenden volatilen Marktumfeld» und erwarte, dass die Anleger auch in den kommenden Monaten vorsichtig sein würden, heisst es weiter. Die Kunden suchten jedoch nach Anlagethemen, die über die aktuellen Aussichten für das Wirtschaftswachstum hinausgehen: GAM sei gut aufgestellt, um diese Anforderung zu erfüllen, gibt sich der Asset Manager überzeugt.

(awp/gku)

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