Das Outlet-Center FoxTown in Mendrisio ist eine Erfolgsstory. «Wir sind hoch zufrieden mit dem Geschäftsgang», sagt der Gründer und Betreiber Silvio Tarchini. Für Zufriedenheit hat der Tessiner auch allen Grund: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz um zehn Prozent, nach einem Plus von acht Prozent im Vorjahr. Und dies trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage in Italien.

Italienische Kunden steuerten in den guten Zeiten rund 35 Prozent an die Verkäufe bei, im Moment ist es nicht einmal mehr ein Viertel. Dafür lassen sich zunehmend kaufkräftige arabische, russische und vor allem chinesische Kunden in Mendrisio blicken.

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In China dagegen ist dasselbe Konzept gescheitert. Das von Tarchini ausserhalb der Millionenstadt Shanghai hochgezogene FoxTown wollte nicht auf Touren kommen. «Es ist uns nie so richtig klar geworden, wie der chinesische Markt funktioniert», meint der Tessiner etwas ratlos. Auch lokale Berater konnten die Gründe für den schleppenden Verkauf in China nicht orten. Dazu gesellten sich Managementprobleme, denn von den Führungskräften aus dem Tessiner Stammhaus «will niemand lange in Shanghai bleiben».

Seit gut einem Jahr will Silvio Tarchini die Betreiberfirma, an der er 51 Prozent hält – ein einheimisches Unternehmen besitzt den Rest –, abstossen. Nun will eine staatliche Gesellschaft den FoxTown-Ableger in Shanghai kaufen. Dieser Tage wird die Due Diligence durchgeführt, bis Ende dieses Jahres sollte der Verkauf über die Bühne gegangen sein.

Der chinesische Investor lässt sich von den bislang enttäuschenden Umsätzen nicht abschrecken. Er will im Gegenteil gleich nach der Übernahme kräftig ausbauen. «Der Käufer will die Verkaufsfläche des FoxTown Shanghai mehr als verdoppeln», staunt Tarchini. Für ein staatliches Unternehmen sollten die dazu nötigen Baubewilligungen kein grosses Problem darstellen.