Die Schweizer Presse jubelt. Ein Weihnachtsgeschenk. Bloss 1,8 Milliarden Euro Strafzahlung für die UBS; schliesslich hatte die Vorinstanz noch 4,5 Milliarden gefordert. Aber vermutlich sind ja selbst die 1,8 Milliarden viel zu hoch, ganz sicher ist es die Milliarde an Kaution, welche Frankreich einfach so einbehalten will. 

Also ist es das gute Recht, wenn sie das Urteil anficht und an den  französischen Kassationsgerichtshof zieht. Und die Aussichten sind intakt. Es riecht jedenfalls schwer nach Willkür, was die beiden Vorinstanzen je ausgerechnet haben. Und es richt nach Politik. Und es beweist einmal mehr, wie unzimperlich Paris seine Interessen gegenüber ausländischen Firmen durchzusetzen will. 

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Es gibt nämlich unzählige Firmen, die sich beklagen über staatliche Interventionen. Auch als die Mailänder Börse letzten Herbst zum Verkauf stand, machten die Franzosen Druck gegen die Schweizer SIX, die sich ebenfalls um die Borsa Italiana bemühte.

Das Lobbying war erfolgreich, schliesslich machte die Euronext das Rennen. Und so geht es seit Jahren: Kann man ausländische Firmen ausbooten oder piesacken, ist Paris nicht weit. Industriepolitik nennt sich diese staatliche Rempelei. Dagegen wehrt sich die UBS zu Recht.

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