Herr Weber, wir unterhalten uns heute via Skype. Läuft bei der Suva zu Corona-Zeiten sonst alles ganz normal?
Felix Weber:
Grundsätzlich läuft unser ­Betrieb weiter. Wir haben 85'000 Rentenbezüger, für die wir die Auszahlung sicherstellen müssen. Und es gibt auch weiterhin Unfälle. Aber auch bei uns arbeiten jetzt mehr als 90 Prozent der Mitarbeitenden im Home­office. Mit Blick auf unsere Ver­sicherten haben wir schon früh entschieden, betroffene Betriebe finanziell zu ­entlasten. Wir berechnen keine Verzugszinsen und verschicken auch keine Mahnungen und Betreibungen, wenn Prämien nicht pünktlich bezahlt werden. Das läuft jetzt mal bis Ende Juni. Zudem prüfen wir laufend, wie wir unsere Versicherten zusätzlich finan­ziell entlasten können.

Die Suva kontrolliert auf Baustellen und in Betrieben, ob die BAG-Richtlinien ­eingehalten werden. Wie viele Betriebe mussten bislang geschlossen werden?
Die Suva führt den vom Bund erhaltenen Kontrollauftrag aus. Die Schliessung von Baustellen liegt in der Kompetenz der ­jeweiligen kantonalen Behörde. Unsere ersten Erfahrungen zeigen, dass sowohl Arbeitnehmende als auch Arbeitgebende die Gefahren durch das Coronavirus sehr ernst nehmen. Das bestätigen auch erste Auswertungen der Zahlen. Bis zum 8. April 2020 haben wir mehr als 1900 Betriebe auf Baustellen kontrolliert und nur in rund 30 Fällen war eine Meldung an den Kanton nötig.