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Bericht
Gotthard-Ticker - der Tunnel ist eröffnet

Er ist der längste der Welt, und jetzt ist er eröffnet: der Gotthard-Basistunnel. Den Auftakt feiern Erbauer, Planer und Tausende geladene Gäste. Hier die wichtigsten Ereignisse im Live-Ticker.

Veröffentlicht am 30.05.2016

Eine gigantische Party für ein Bauprojekt der Superlative: Mit 1100 geladenen Gästen wird der Gotthard-Tunnel heute eröffnet. Damit wird ein Jahrhundertprojekt mit internationaler Strahlkraft eingeweiht.

 

Die wichtigsten Ereignisse im Live-Ticker:

20:00 Uhr: Die Schweiz stand für einen Tag im europäischen Rampenlicht. Politiker aus dem In- und Ausland inklusive Merkel, Hollande und Renzi waren der Einladung zum fünfstündigen Festakt gefolgt und feierten das «Jahrhundertbauwerk». Sie bekamen aber auch den Druck zu spüren, mit ihren Zubringern vorwärtszumachen. Die Schweiz hat ihren Teil der Arbeit schon ein Jahr vor dem ursprünglich geplanten Termin erfüllt und dafür viel Lob geerntet. Damit schliessen wir den Ticker und bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit.

16:30 Uhr: Der offizielle Teil der Feier ist vorbei. Für die Schweiz gab es zahlreiche Glückwünsche von der europäischen Politprominenz. Doch es gab auch nachdenkliche Töne zur Flüchtlingskrise und zur Personenfreizügigkeit. Für einmal waren diese allerdings nicht an die Schweiz gerichtet. Der Auftritt von Angela Merkel, François Hollande und Matteo Renzi wirkte wie ein Zeichen an die Regierung in Wien.

Während dort aus Furcht vor über das Mittelmeer kommenden Flüchtlingen eine Abschottung des Brenner-Passes diskutiert wird, reisten Merkel, Hollande und Renzi demonstrativ zur Eröffnung einer neuen Verkehrsverbindung für Menschen und Waren innerhalb Europas. «Norden und Süden gehen aufeinander zu», lobte die Kanzlerin in ihrer Ansprache. «Grosse Bauwerke sind immer verbunden mit Symbolkraft», betonte der französische Präsident. «Freizügigkeit ist das Wichtigste.»

15:36 Uhr: Reaktion auf Angela Merkels Ansprache:

15:15 Uhr: Der Bund übergibt den Tunnel der SBB. Die Gäste erheben sich zur Nationalhymne.

15:13 Uhr: Die Übergabe des Tunnels an die SBB steht an.

15:10 Uhr: Johann Schneider-Ammann: «Wir sind ein europäisches Land im Herzen Europas. Nicht Mitglied der Union, das soll aber nicht störend sein. Die Zukunft haben wir miteinander zu gestalten. Mit dem heutigen Bauwerk, dem Gotthard-Basistunnel, hat die Schweiz einen wesentlichen Schritt zum Gedeihen unseres Europas getan.»

15:08 Uhr: Ein Moment der Stille für die neun Menschen, die beim Bau des Gotthards ihr Leben verloren.

15:06 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande: «Frankreich verneigt sich vor der Schweiz». Er witzelt: «Die Züge fahren mit 200 km/h durch den Tunnel. Das wäre zurzeit in Frankreich eine Leistung» und spielt damit auf die Streiks an.

14:56 Uhr: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem Grusswort die Schweiz für ihre Weitsicht und den Mut gedankt, den Tunnel zu bauen. «Er ist weitaus mehr als ein Tunnel.» Damit gingen Norden und Süden aufeinander zu. Der Gotthard-Basistunnel stehe symbolhaft für das Verbindende, das es zu sehen und stärker zu nutzen gelte, sagte Merkel vor den geladenen Gästen in Pollegio TI. Denn unser Europa sei immer die Vielfalt, die uns vereine. Der Tunnel erhöhe den Takt der Zusammenarbeit und schaffe neue Visionen der Freizügigkeit. In letzter Zeit sei viel über Grenzen gesprochen worden. Diese müssten geschützt werden, versicherte Merkel. Mit dem Tunnel würden die Binnengrenzen aber durchlässiger, was das Kernelement der europäischen Integration sei.

In guter Schweizer Tradition seien alle eingebunden worden, auch die Bevölkerung.

14:53 Uhr: Italiens Premier Matteo Renzi ist bereits wieder abgereist. Nach der Durchfahrt durch den Gotthard-Basistunnel und einem Fototermin in Pollegio im Kanton Tessin begleitete ihn Bundesrätin Simonetta Sommaruga zum Auto.

14:52 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zwischen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und Bundesrat Ueli Maurer.

14:42 Uhr: Der neue österreichische Bundeskanzler und ehemalige Bahn-Chef Christian Kern spricht: «Was sie hier erreicht haben, ist ein aussergewöhnliches Projekt mit einer Ingenieurskunst, das ihresgleichen sucht.»

14:36 Uhr: Offizieller Foto-Termin - zur Belustigung eines Twitter-Nutzers:

14:25 Uhr: Adolf Ogi, der «Vater der Neat», spricht im SRF-Interview. Er sagt: «Der heutige Tag ist eine Genugtuung und ein Quantensprung, eine grosse Freude für das Schweizer Volk.» Er zollt den Bauern im Umland des Gotthard-Tunnels Respekt, die das Projekt mitgetragen hätten.

14:17 Uhr: Ein Twitter-Nutzer liefert eine Grafik zur Baustelle der Rheintalbahn, das Projekt, bei dem Angela Merkel im Interview bestätigt hat, es sei die Aorta, die zum Herz des Gotthard-Tunnels noch fehlte:

 

14:04 Uhr: Auch Italiens Premier Matteo Renzi dankt der Schweiz und will sich für die Verbindung von Mailand nach Genua einsetzen. Auch die Italiener sind hier im Verzug.

13:59 Uhr:  Sie sei «dankbar» und fühle sich «angespornt» durch die Leistung der Schweiz, sagt Merkel. Sie bezieht sich auf Deutschlands Ausbau der Güter-Linie nach Rotterdam. Hier bestehen auf deutscher Seite Pendenzen.

13:58 Uhr: Angela Merkel lobt die Schweizer Bauarchitekten, sie fühle sich «sicher im Zug». Sie gratuliert, dass die Schweizer pünktlich fertig geworden und die «Kosten im Rahmen» geblieben seien. «Danach müssen wir in Deutschland noch ein bisschen streben».

13:55 Uhr: Jetzt spricht François Hollande, ebenfalls im Zug-Interview.  Er nennt den Gotthard-Tunnel ein «fantastisches Werk».

13:53 Uhr: Schneider-Ammann schildert seinen Eindruck von der Fahrt durch den Tunnel: «Man merkt gar nicht, dass man schon in der Mitte ist, so schnell geht das.»

13:52 Uhr: Bundespräsident Schneider-Ammann beim Interview im Zug: «Der Gotthard-Tunnel hat einen Wert für Gesamteuropa.»

13:44 Uhr: Der Mini-Gipfel im VIP-Zug ist im Gange. Angela Merkel und François Hollande sind mit zahlreichen Schweizer Politikern an Bord.

13:41 Uhr: Nationalrätin Regula Rytz twittert aus dem VIP-Zug:

 

13:24 Uhr: Auch CS-Chef Tidjane Thiam ist auf dem Festgelände gesichtet worden.

 

13:21 Uhr: Um 13:36 soll der VIP-Zug abfahren.

13:13 Uhr: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande sind ebenfalls an der Eröffnungsfeier in Rynächt eingetroffen.

 

13:11 Uhr: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann begrüsst Italiens Premier Matteo Renzi.

13:05 Uhr: Viele Spekulationen: Wer fährt um 13:30 im VIP-Zug durch den Gotthard?

13:03 Uhr: Demonstration Schweizerischer Pünktlichkeit an der Eröffnungsfeier:

12:58 Uhr: Es soll Matteo Renzi sein. Der italienische Premier hat nur wenig Zeit. Zuvor war spekuliert worden, ob er es überhaupt zur Gotthard-Eröffnung schafft.

12:57 Uhr: Helikopter landen. Wer steigt aus?

12:50 Uhr: Hier kommen die Züge an:

12:49 Uhr: Die beiden Züge fahren aus dem Tunnel heraus!

12:34 Uhr: Tanzende Mineure: Mit 600 Darstellern hat Theaterregisseur Volker Hesse ein Stück inszeniert. Der erste Teil der Inszenierung soll die Härte, die Bedrohung von der Arbeit im Berg, das Risiko zeigen.

12:19 Uhr: Die ersten zwei Züge rollen in den Gotthard. In 17 Minuten werden sie am jeweils anderen Ende erwartet.

12:18 Uhr: Schneider-Ammann: Bahn frei!

12:10 Uhr: Bundesrätin Doris Leuthard in Pollegio: «Ich bin glücklich, an den Feierlichkeiten hier im Tessin teilnehmen zu können. Für das Tessin hat der Gotthard grosse Bedeutung. Sehr lange war die Passstrasse äusserst gefährlich. Bauern und Händler pflegten enge Beziehungen, trotzdem war der Berg für viele ein Hindernis. Die Reise in der Postkutsche stellte ein Abenteuer da. Daran denken wir heute noch. Mit dem ersten Eisenbahntunnel hat sich dies über Nacht verändert. Heute ist die Entfernung zwischen Tessin und Innerschweiz, Deutscher und italienischer Kultur, zwischen Nord- und Südeuropa geringer geworden.
Der neue Tunnel ist mehr als eine Verkehrsverbindung. Er ist mehr als eine tolle Ingenieursleistung. Er ist auch ein Symbol für Offenheit und für Fortschritt. Diese Offenheit hat die Schweiz stark gemacht, und diese Offenheit wünscht sich der Bundesrat auch für die Zukunft. Wir verbinden unterschiedliche Sprachen und Kulturen. Wir verbinden Menschen von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Wir verstärken damit den Zusammenhalt in der Schweiz und in Europa. Wir stärken unseren Wirtschaftsraum. Diese Offenheit eröffnet uns neue Chancen. Nur so: dank Pioniergeist und Gestaltungsgeist kommen wir vorwärts.»

12:08 Uhr: Bundespräsident Schneider-Ammann in Rynächt: «Heute ist ein historischer Tag für unser Land. Wir vollenden mit dem Gotthard-Basistunnel ein Jahrhundertwerk. Ein Werk, an dem von der ersten Skizze bis zur Planung und dem Bau des Tunnels mehrere Generationen mitgewirkt haben. Das erfüllt mich mit Stolz, aber auch Demut. Denn, dass so ein Projekt gelingt, ist nicht selbstverständlich. Im Namen des Bundesrates danke ich allen herzlich, die dazu beigetragen haben. Wir schreiben die Geschichte des Gotthards fort. Dieser neue Tunnel zeugt davon. Die Eröffnung des ersten Eisenbahntunnels 1882 ist lange her. Aber der Unternehmergeist hat Früchte getragen. Nach langwierigen Arbeiten haben wir heute einen neuen Meilenstein erreicht und erröffnen den Gotthard-Basistunnel.»

12:07 Uhr: Es kann losgehen!

12:06 Uhr: Die Eröffnung verzögert sich. Nach der Zeremonie sollen die zwei ersten Züge mit 500 Passagieren in entgegengesetzter Richtung durch den neuen Gotthard-Tunnel fahren.

11:53 Uhr: Gleich ist es soweit: Um 12:00 Uhr eröffnen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in Rynächt UR und Verkehrsministerin Doris Leuthard in Pollegio TI mit Ansprachen zeitgleich den Tunnel.

11:47 Uhr: Update zu Renzis Besuch an der Gotthard-Feier: Italiens Premier reist wahrscheinlich nur ganz kurz in den Norden nach Rynächt UR. Eröffnungsansprache und Inszenierung wird er verpassen. Merkel und Hollande hingegen sollten planmässig eintreffen.

11:42 Uhr: Applaus für die Mineure:

 

11:35 Uhr: Ansprache von Johann Schneider-Ammann: «Es ist ein grosser Tag für die Schweiz»

11:32 Uhr: Aufgeregte Bundesrätin: Doris Leuthard sprach in Pollegio TI sehr emotional über die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels. Sie habe den Stolz der Schweizer Bevölkerung gespürt und zugleich viel Wertschätzung durch ausländische Staatschefs erfahren. Die Schweiz sei für Innovation und Perfektion bekannt, sagte Leuthard. Nun sei sie trotzdem ein wenig nervös, dass alles technisch funktioniere. Immer wieder versagte Leuthard die Stimme, da sie vom Eröffnungstag sichtlich bewegt schien.

11:19 Uhr: Verwirrung um Renzis Besuch: Kommt Italiens Premier Matteo Renzi nun zur Tunneleröffnung zunächst in den Norden nach Rynächt UR oder nicht? Die Angaben am Mittwochmorgen waren widersprüchlich. Möglicherweise reicht es nur für eine kurze Stippvisite. Bundespräsident Johann Schneider-Ammann hatte zunächst gesagt, Renzi reise direkt nach Pollegio im Tessin. Später korrigierte Bundesratssprecher André Simonazzi diese Information: Renzi reise nun doch nach Rynächt - aber nur ganz kurz.

11:16 Uhr: Der erste Zug mit Parlamentariern ist angekommen. Gut 190 Vertreter sind angereist. Es sei Stimmung wie auf einer Schulreise, sagt Regula Rytz, Grünen-Nationalrätin.

11:10 Uhr: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann will die Anwesenheit der EU-Spitzenpolitiker bei der Gotthard-Eröffnungsfeier auch für Gespräche über die Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative nutzen. Die Schweiz habe den Tunnel schliesslich auch für Europa gebaut. Sie habe damit gezeigt, dass sie auch solidarisch sei, sagte Schneider-Ammann in Rynächt UR. Im Gegenzug habe man auch gewisse Erwartungen. Er gehe davon aus, dass die Schweiz nach der Abstimmung in Grossbritannien über den Verbleib in der EU Ende Juni zu Wort kommen werde. Denn bis im Februar 2017 müsse ein neuer Vertrag auf dem Tisch liegen, und da gebe es noch sehr viel zu verhandeln und zu reden. «In der heutigen lockeren Stimmung kommen wir vielleicht besser voran», sagte Schneider-Ammann.

11:09 Uhr: Zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels werden rund 300 Medienschaffende erwartet. Etwa ein Drittel kommt aus dem Ausland - darunter etliche aus China.

11:06 Uhr: Verkehrsministerin Doris Leuthard trifft in Pollegio ein:

11:03 Uhr: Wieso kann man erst ab Dezember durch den Tunnel fahren? Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr bei der SBB sagt, es müssten noch viele Testfahrten gemacht werden, damit im Dezember dann alles klappen würde. Man müsste ausserdem Faktoren ausserhalb des Tunnels mit einbeziehen und etwa sichergehen, dass alle Fahrpläne aufeinander abgestimmt werden.

11:01 Uhr: Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn zum SRF: «Wir freuen uns über den heutigen Tag. Das bringt Europa enger zusammen.» Man werde ab September 2017 weitere Züge von Frankfurt bis Mailand einsetzen.  Man wolle aber die Bevölkerung bei der Entwicklung mitnehmen - das könnte nunmal zu Verzögerungen führen. 

10:50 Uhr: Beeindruckende Zahlen: Die Tunnelbohrmaschine, mit der die Röhre gebohrt wurde, mass 410 Meter, war also so lang wie vier aneinandergereihte Fussballfelder. 28,2 Millionen Tonnen Material wurden aus dem Berg gebrochen. Das entspricht 560'000 Eisenbahnwagen Ausbruchmaterial oder einem Zug von 7200 Kilometern Länge. Das entspräche der Strecke von der Schweiz bis in die Mongolei.

10:47 Uhr: Lob kommt auch aus dem Ausland:

 

10:43 Uhr: Der Schweizer Wetterman Jörg Kachelmann lobt die Schweizer Pünktlichkeit:

 

10:35 Uhr: Moritz Leuenberger, ehemaliger Verkehrsminister sagt SRF, es sei ein Privileg als Verkehrsminister, ein solches Projekt zu betreuen. «Man kann Brücken und Tunnels bauen und sieht danach ein Resultat.» Ausserdem sagt er: «Der Tunnel hat viele Väter, aber er hat nur eine Mutter: die direkte Demokratie.» Leuenberger zieht den Vergleich zu Deutschland, wo viele Projekte nicht voran kommen.

10:31 Uhr: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum SRF: «Es ist ein historischer Tag für die Schweiz. Auch für mich ist das einer der wichtigsten Tage in meiner bundesrätlichen Karriere.»

10:07 Uhr: Nochmals zur Erinnerung: Die Züge fahren planmässig erst ab dem 1. Dezember durch den Tunnel. Dann braucht die Reise von Zürich nach Mailand zunächst eine halbe Stunde weniger. Ab 2020, wenn auch der Ceneri-Tunnel eröffnet ist, sind es sogar nur noch 2 Stunden 40 Minuten, eine Stunde weniger als bisher.

10:03 Uhr: 160'000 Personen hatten sich für die Fahrt mit den ersten zwei Zügen durch den neuen Gotthard-Tunnel beworben. Das sagt Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamts für Verkehr.

09:47 Uhr: Ruhe vor dem Sturm auf dem Gotthard-Festplatz:

09:34 Uhr: Bereits vor der offiziellen Eröffung können Neugierige sich in diesem Zusammenschnitt einer Testfahrt ein Bild vom Inneren des Tunnels machen:

 

09:14 Uhr: Alt-Bundesrat Adolf Ogi im Interview: Voller Enthusiasmus sieht er der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels entgegen. Er erinnert sich aber auch an schlaflose Nächte, die ihm der Tunnel bereitet hat. «Man musste dran glauben, man musste kämpfen!», sagt er. Als Vorsteher des Verkehrsdepartements von 1988 bis 1995 hat Adolf Ogi das Projekt massgeblich vorangetrieben.

09:12 Uhr: Die Segnungszeremonie fand aus Sicherheitsgründen nicht im Tunnel selbst, sondern in einem sogenannten Mustertunnel statt - einer grauen, rund zehn Meter langen Röhre mit Geleisen in der Mitte. Die schlichte Zeremonie kam ohne Musik und Publikum aus. Szenen von der Segnung sollen aber später an der Eröffnungsfeier gezeigt werden.

09:09 Uhr: Der Gotthard-Basistunnel ist feierlich gesegnet worden. Zwei Kilometer tief im Berg drin, umgeben von den grauen Betonwänden des Zuganggsstollens Amsteg, segneten die Geistlichen den wenige Meter entfernten Basistunnel. Im Licht von einigen wenigen Scheinwerfern beteten ein Pater, eine Pfarrerin, ein Imam und ein Rabbiner um den Segen für alle Reisenden und Arbeiter im Tunnel. Auch ein Atheist nahm an der Zeremonie teil.

08:53 Uhr: SBB-CEO Andreas Meyer sagte gestern vor der Gotthard-Eröffnungsfeier im Interview: «Alle Schweizer dürfen stolz sein, auf ein Bauwerk, um das uns die ganze Welt beneidet.» Weiter äusserte er sich zur Frage, wieso es nochmals ein halbes Jahr Tests braucht bis zum regulären Bahnbetrieb im neuen Tunnel und wieso die Bahnprojekte der Nachbarländer nicht vorankommen.

 

08:44 Uhr: In diesen Minuten wird der neue Tunnel gesegnet.

08:42 Uhr: SBB-Chef Andreas Meyer macht sich auf den Weg zur Eröffnungsfeier:

08:25 Uhr: Die Röhre am Morgen der Eröffnung: 

08:18 Uhr: Mit dem neuen Basistunnel verkürzt sich die Reise von Altdorf im Kanton Uri nach Bellinzona im Tessin um total 30 Kilometer. Die Fahrt dauert künftig im Personenzug noch rund 17 Minuten, wenn der Zug mit den erlaubten 200 km/h fährt.

08:15 Uhr: «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der Schriftzug das Dach der Vertretung zieren.

08:02 Uhr: Rund 8 Millionen Franken soll der gesamte Anlass kosten. Über dem «Grossraum Gotthard» gilt eine Verkehrssperre für die Zivilluftfahrt und die Luftwaffe.

07:45 Uhr: 3000 Personen stehen im Einsatz, damit der Anlass glatt über die Bühne geht, 300 in- sowie ausländische Medienvertreter werden über den Anlass in alle Welt berichten. Für die Sicherheit der Gäste sorgen neben der Polizei bis zu 2000 Armeeangehörige.

07:09 Uhr: Auch fürs leibliche Wohl der geladenen Gäste wird gesorgt: An den beiden Tunnelportalen in Rynächt und Pollegio TI können sie sich mit regionalen Spezialitäten verpflegen. Und gegen den Durst stehen Getränke aus den beiden Regionen bereit.

06:39 Uhr: Den 1100 Gästen wird heute – neben dem offiziellen Teil -– auch Kulturelles und Kulinarisches geboten: Mit 600 Darstellerinnen und Darstellern hat der Theaterregisseur Volker Hesse ein Spektakel zum Mythos Gotthard und dem neuen Tunnel inszeniert. Auch Musiker, darunter Alphornbläser, das Armeespiel und lokale Chöre, haben ihre Auftritte.

Mittwoch, 06:01 Uhr: Der grosse Tag ist da: Heute wird der neue Gotthard-Tunnel eröffnet. Die Feierlichkeiten beginnen um 8.30 Uhr mit der Segnungszeremonie. Daran nehmen neben Pater Martin Werlen eine Pfarrerin, ein Imam, ein Rabbiner sowie ein Konfessionsloser teil. Um 12 Uhr eröffnen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in Rynächt UR und Verkehrsministerin Doris Leuthard in Pollegio TI mit Ansprachen zeitgleich den Tunnel.

 

21:15 Uhr: Die Sicherheitsvorkehrungen für die Eröffnungsfeier sind enorm. Zahlreiche europäische Politiker haben sich für die Party angekündigt. Kein Wunder: Etwa 70 Millionen Menschen leben an der Achse Rotterdam-Duisburg-Basel-Genua. Dort sind die Regionen mit der höchsten Wertschöpfung und grössten Siedlungsdichte Europas. Zwischen Rotterdam und Genua, neben der Wasserstrasse Rhein, verläuft auf 1400 Kilometern die wichtigste Güterbahn-Trasse des Kontinents. Mehr als 700 Millionen Tonnen Fracht rollen auf diesen Gleisen, mehr als die Hälfe der gesamten Nord-Süd-Fracht der EU.

17:10 Uhr: Noch eine eindrückliche Zahl: Insgesamt 2400 Menschen schufteten in den 17 Jahren im Berg.

15:57 Uhr: Die Strecke durch den Gotthard-Basistunnel ist deutlich flacher als durch den bestehenden Eisenbahntunnel. Damit können längere, schwerere und mehr Güterzüge fahren - mit dem Fahrplanwechsel zum Jahresende pro Stunde und Richtung fast doppelt so viele wie heute.

14:43 Uhr: Längster Tunnel? Nicht mehr lange. Vermutlich kann sich der Gotthard-Basistunnel nur bis im Jahr 2026 auf dem ersten Platz der längsten Tunnels der Welt halten. Dann sollen der Brenner-Basistunnel mit 64 Kilometern und der Bohai Tunnel in China mit geplanten 123 Kilometern fertiggestellt werden. Eine Grafik dazu und weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.

14:17 Uhr: Teurer Tunnel: Der Bau des Gotthard-Basistunnels kostete gut zwölf Milliarden Franken. Die Bevölkerung steht hinter dem Projekt: Acht von zehn Schweizerinnen und Schweizer erachten dessen Kosten als gerechtfertigt. Dies zeigt eine repräsentative Studie. Nur ein Viertel der Befragten hätte die 12,2 Milliarden Franken, die der Tunnel gekostet hat, lieber in überlastete Pendlerstrecken investiert, wie das Marktforschungsinstitut Demoscope mitteilt.

13:33 Uhr: Just einen Tag vor Eröffnung des Gotthard-Tunnels nimmt ein anderes Tunnelprojekt Form an: Die dänische Regierung und verschiedene Baukonsortien unterschrieben Bauverträge für den Fehmarnbelttunnel zwischen Dänemark und Deutschland. Der Bau des 18 Kilometer langen Tunnels zwischen der dänischen Insel Lolland und dem deutschen Fehmarn soll frühestens 2019 starten. Die Kosten des Tunnels, die Dänemark trägt, werden auf 7 Milliarden Euro geschätzt.

12:46 Uhr: Die heilige Barbara ist trotz aller Technik im Bergbau kaum wegzudenken. Auch für den Schutz der Mineure beim Bau des Gotthard-Basistunnels soll sie besorgt gewesen sein. Nicht weniger als fünf Barbara-Statuen finden sich im Basistunnel, nämlich in Erstfeld UR, Amsteg UR, Sedrun GR, Faido TI und Bodio TI. Nach Abschluss der Arbeiten werden lediglich noch in Sedrun und Amsteg Barbara-Statuen erhalten bleiben. «Wir glauben an die heilige Barbara und wir danken ihr dafür, dass sie uns vor Unfällen bewahrt», sagt Christian Krauer, Verantwortlicher der Arbeiten in Sedrun. Dabei ist die Existenz der Heiligen aus dem dritten Jahrhundert nicht bewiesen. Trotzdem sind die Bergleute von ihrer Schutzwirkung überzeugt. 

12:38 Uhr: Nach wie vor ist der Tunnelbau gefährlich: Während beim Bau der ersten Bahnverbindung 199 Menschen ums Leben kamen, gab es beim neuen Basistunnel neun Tote. Sei 1980 können zudem Autos den Gotthard in einem 16 Kilometer langen Strassentunnel durchqueren.

12:02 Uhr: Für den Überblick: Zu der Alpentransitstrecke gehört auch der weiter westlich parallel verlaufende 35 Kilometer lange Lötschberg-Basistunnel, der bereits seit einigen Jahren in Betrieb ist. Der südlich des Gotthards gelegene und gut 15 Kilometer Ceneri-Basistunnel soll 2020 eröffnet werden.

11:59 Uhr: Bereits 1992 stimmt das Volk dem Bau des Neat zu.

11:55 Uhr: Der Gotthard-Basistunnel gilt als Herzstück der neu ausgebauten Bahnstrecke zwischen Nord- und Südeuropa. Von dem bis 2020 geplanten Vollausbau soll vor allem der Frachtverkehr auf der Nord-Südstrecke zwischen den Hafenstädten Rotterdam und Genua profitieren. Die Bahnstrecke verbindet die Industriezentren der Anrainerstaaten Belgien, Deutschland, Italien, Niederlande und Schweiz.

11:49 Uhr: Nochmals zur Erinnerung: Auch wenn morgen gefeiert wird, fahren die Züge planmässig erst ab dem 1. Dezember durch den Tunnel. Dann braucht die Reise von Zürich nach Mailand noch 2 Stunden 40 Minuten, eine Stunde weniger als bisher.

11:40 Uhr: Wie sieht es im Inneren des Gotthards aus? Sehen Sie das selbst in einer exklusiven Testfahrt durch den Tunnel unter diesem Link.

11:10 Uhr: Um Mitternacht in der Nacht auf Mittwoch erfolgt die offizielle Übergabe des Gotthard-Basistunnels von der Alptransit AG an den Bund und vom Bund an die SBB.

10:53 Uhr: Die Verkehrsminister der sieben Alpenländer kommen bereits heute Nachmittag zu ihrem traditionellen Treffen zusammen. Die Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien und das Fürstentum Liechtenstein verpflichten sich zur Zusammenarbeit bei Verkehrsthemen. Einige Stunden zuvor nutzen auch die europäischen Bahnchefs die Gelegenheit für ein gemeinsames Treffen. Sie wollen eine gemeinsame Deklaration zur Förderung der Mobilität der Zukunft verabschieden. Die beiden Treffen läuten die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ein.

10:45 Uhr: Bereits in den vergangenen Monaten hat die Neat-Eröffnung die Öffentlichkeit beschäftigt. Für die Beteiligten aber ist er ein Lebensprojekt. Nicht nur für Alt-Bundesrat Adolf Ogi, der mit seinem jahrelangen Einsatz das Projekt voranbrachte. Auch für die beteiligten Planer, und für die Mineuere, die bei bis zu 50 Grad Celsius schufteten.

10:40 Uhr: Herzlich Willkommen zum Gotthard-Ticker. Die Welt schaut auf die Schweiz, wenn morgen der längste Tunnel der Welt eröffnet wird. Die Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier laufen auf Hochtouren.

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