Die Inbetriebnahme des längsten Eisenbahntunnels der Welt am 11. Dezember 2016 sei der wichtigste Meilenstein zur erweiterten Nord-Süd-Achse Gotthard, schreibt die SBB. «Im Personenverkehr dürfen sich die Reisenden auf mehr Verbindungen, moderne Züge und deutlich kürzere Reisezeiten freuen.»

Konkret soll beispielsweise die Fahrt von Zürich nach Mailand ab 2019 weniger als drei Stunden dauern. Zu diesem Zeitpunkt soll nämlich auch der Ceneri-Basistunnel in Betrieb sein, der die neue Nord-Süd-Achse abrunden wird. Die heute vierstündige Fahrt wird bis dahin schrittweise verkürzt. Alleine der Gotthard-Basistunnel bringt 2017 bereits 30 Minuten Zeitgewinn für die Passagiere.

50 Prozent mehr Passagiere

Ab dem Fahrplanwechsel 2016/2017 werden pro Stunde in beide Richtungen bis zu fünf Güter- und zwei Passagierzüge verkehren, schreibt die SBB in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Dies bedeute neben mehr Passagieren auch ein grosser Schritt zur Erfüllung der Verlagerungsziele des Bundes im Güterverkehr.

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Für die Zeit nach 2020 rechnet die staatliche Eisenbahngesellschaft mit täglich mindestens 15'000 Reisenden durch den Gotthard. Dies wäre im Vergleich zu heute eine Steigerung von über 50 Prozent. Dafür werden ab 2019 insgesamt 29 neue Triebzüge von Stadler Rail zum Einsatz kommen.

25 laufende Bauprojekte bis 2020

Bis zur ersten fahrplanmässigen Durchfahrt bleibt noch einiges zu tun. So müssen beispielsweise rund 3900 Mitarbeiter in den nächsten Jahren für den Einsatz im und um den Gotthardtunnel geschult werden.

Noch viel grösser sind die Aufgaben bis zum Erreichen der vollen Leistungsfähigkeit. Bis 2020 müssen 25 Bauprojekte auf der Zulaufstrecke realisiert werden. Und dann wird der Shoppingtrip nach Mailand erst richtig attraktiv.

(gku)