Der nächste Event steht dieser Tage an. Dann streifen die Mitglieder des Club zum Rennweg durchs Gelände des Golf & Country Club Schönenberg über Wädenswil ZH. Die Gold Trophy steht auf dem Programm. Selbst derlei Events werden nicht kommuniziert, denn der Club ist so verschwiegen wie eine Genfer Privatbank. Die Mitgliederliste ist nicht öffentlich, nur eine Handvoll Club­expo­nenten sind bekannt: Denner-Erbe Philippe Gaydoul, Banker und SVP-Poli­tiker Thomas Matter, Wirtschaftsanwalt Thomas Ladner, Event-Manager Schoscho Rufener oder der ehemalige Lotus-Chef Dany Bahar – es sind schillernde Figuren, die den Zirkel nach aus­sen repräsentieren. Doch sie schweigen. Obwohl Gaydoul 2009 anlässlich einer Generalversammlung fand, dass es «positiv zu werten sei, dass sich Journalisten für den Club inter­essieren», wollen die Exponenten keine Me­dien­fragen beantworten. Präsident Thomas Ladner: «Da es sich um einen privaten Memberclub handelt, haben Sie sicherlich Verständnis dafür, dass wir uns nicht in der Lage sehen, weitergehende Auskünfte an Dritte zu erteilen.»

Details des Clublebens

So viel ist bekannt: Der Club hat rund 200 Mitglieder, vorwiegend aus der Wirtschaftswelt, die Mitgliedergebühr beträgt 12000 Franken, am Anfang waren es 2000 Franken weniger. Beim Ersteintritt wird eine Fee von 15 000 Franken verlangt. Frauen, zu denen die Investorin Carolina Müller-Möhl und die Industrielle Franziska Tschudi gehören, sind rar. Der Mitgliederbeitrag wird in der Bar oder im Restaurant konsumiert, dazu stehen Sitzungszimmer und eine Sonnenterrasse zur Verfügung. Weiter ranken sich viele Gerüchte und Vermutungen rund um den Club. Obwohl ­beruflich vielbeschäftigt und stark ein­gebunden, finden die Club­verantwortlichen Zeit und Musse, um Details zu diskutieren.

So entschieden sie gemäss Protokoll eines Abends: «Der VR ist damit einverstanden, die Eiswürfelmaschine einbauen zu lassen.» Kostenpunkt: 4000 Franken. In der Sitzung ­einigte sich der VR darauf, «dass das alte Geschirr verkauft werden soll». Trotz Kostenbewusstsein: Die Preise im Club seien eher hoch, stellte Gaydoul an einer Sitzung fest. Die Aktionäre sprachen gar davon, dass man an der «Grenze zu Wucherpreisen» angelangt sei. 2009 entschied das Gremium, aufgrund mangelnder Teilnahme keine «Kulturabende» mehr stattfinden zu lassen. Nachfrageprobleme kennt der Club indes bei der Mitgliederzahl anscheinend nicht. Clubpräsident Ladner: Man sei «in der glücklichen Lage, dass die verfügbaren Plätze der Nachfrage bei Weitem nicht genügen und neue potenzielle Mitglieder sich in einer Warteliste einreihen müssen».

Anzeige

Jetzt auf Gewinnkurs

Die Club-Liegenschaft im Zentrum ­Zürichs gehört zum Immobilienportfolio der Gaydoul Group, welches auf 300 Mil­lionen Franken geschätzt wird und auf den ­Liegenschaftenfundus des Spielwarenverkäufers Franz Carl Weber zurückgeht. Vor dem Club am Rennweg war der Club Havanna Lounge an der Fortunagasse eingemietet. Bei der Gründung des Club stellten Investoren rund 1,5 Millionen Franken zur Verfügung. In den ersten Jahren – 2005 und 2006 – resultierte ein kumulierter Verlust von 1682560.60 Franken. 2008 gabs einen Jahresgewinn von 5075 Franken. 2010 betrug der Ertragsüberschuss 430 719 Franken. Dies war nur möglich, so steht es im internen Papier, «weil der VR darauf verzichtete, das Betriebsvermögen weiter abzuschreiben». Die fast halbe Million Franken wurde auf die neue Rechnung vorgetragen.

Inzwischen ist der Club offenbar finanziell in die Gänge gekommen. Seit drei Jahren sei er rentabel, sagt ein Mitglied. Nun kommt für die Aktionäre die Zeit des Payback. Nach der Investitionsphase mit mehreren Kapitalerhöhungen fliesst erstmals Geld an sie zurück. Die dreifache Ankündigung im Handelsamtsblatt ab Mitte September markierte den offiziellen Beginn des ­Verfahrens zur Kapitalherabsetzung. Die ­Aktien, die sich in wenigen Händen ­befinden und zurzeit einen Nominalwert von 500 Franken haben, sollen auf 180 Franken heruntergesetzt werden. Somit fliessen pro Aktie 320 Franken an den ­jeweiligen Inhaber. Insgesamt bezahlt der Club mehr als eine halbe Million Franken an die Investoren zurück, welche mehr einbezahlt hatten als nur den Aktiennennwert.

In den Genuss kommen Gaydoul, Matter, Bahar, Daniel S. Aegerter sowie Alex Wassmer, dessen Aktien zu mehr als einem Viertel formell nicht ihm gehören, sondern dem Bauunternehmen Kiba Management. Dort hat Wassmer als einziger Verwaltungsrat Einzelzeichnungsberechtigung. Die weiteren Aktionäre, die in den Genuss der Kapitalherabsetzung kommen, sind Ladner, Riediker, Rufener sowie Unternehmensberater Pascal Forster.

Anzeige

Mitarbeit: Stefan Barmettler