Zürich im Herbst 2014: Da steht er nun am Limmatquai, der Rostocker  Hafenkran. Rostig, alt und abbruchreif. Für die Künstlergruppe «Zürich Transit Maritim» ist der Kran durch einen simplen Ortswechsel zum Kunstobjekt mutiert. Für die Zürcher Stadtregierung auch. Sie warf 600’000 Franken für die Realisierung auf. Martin Waser, der als Stadtrat  aktivster Promotor des Projekts war, sagt über den Hafenkran: «Viele begriffen gar nicht, dass eigentlich eine poetische Geschichte dahintersteht.»

Tatsächlich - hinter dem Hafenkran 43 steht eine Geschichte. Allerdings keine poetische, sondern die Geschichte des geheimen Waffenhandels der DDR. Es mag eine Laune des Zufalls sein, dass der Liegeplatz 43 im Rostocker Überseehafen strategisch äusserst günstig lag – exakt zwischen den Stückguthallen 3 und 4 und beiden mit seinen Verladekapazitäten nützlich war. In der einen Halle wurden Güter gestapelt, die für Indien, Pakistan und Fernost bestimmt waren. In der andern lagen die Güter für Afrika und Kuba.

Schiffsbäuche mit Kisten voller Kalaschnikows

Alles Regionen und Länder, die für den geheimen Waffen- und Rüstungsexport der DDR relevant waren. Der Hafenkran 43, der nun in Zürich bewundert wird, stand so im Zentrum des geheimen DDR-Waffenexports und hat manchen Schiffsbauch mit Kisten voller Kalaschnikows, Panzerfäusten, Handgranaten, Minen und Scharfschützengewehren beladen.

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