Die Fluggesellschaft Helvetic Airways muss wegen der Corona-Krise nicht nur Stellenstreichungen vornehmen, nun erfolgt die Stillegung der gesamten Flotte.

Die Ereignisse im Zuge der Corona-Krise hätten sich überschlagen, teilte die Fluggesellschaft am Dienstag mit. «Die ganze Eigenproduktion wurde bis auf weiteres annulliert, und da die Swiss ihr Programm signifikant reduziert hat, kann Helvetic Airways im Moment keine Wetlease-Produktion für Swiss durchführen», heisst es in einer Mitteilung. Aus diesem Grund habe das Management entschieden, die gesamte Flotte per sofort temporär stillzulegen.

Martin Ebner sichert die Liquidität

Die Massnahme hat auch Folgen für die Belegschaft: Infolge der aktuellen Situation hat Helvetic Airways den Angaben nach daher zudem entschieden, beim Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Schwyz Kurzarbeit für das gesamte Unternehmen und seine 450 Mitarbeitenden anzumelden. Diese soll vorerst für die Periode vom 1. April bis Ende Juni 2020 gelten.

Die Liquidität sei aber weiterhin gesichert, betonte das Management: «Die Fluggesellschaft ist diesbezüglich in einer guten Situation.» Die Beteiligungsgesellschaft Patinex rund um den Investor Martin Ebner stelle als Eigentümer ausreichend Liquidität zur Verfügung, hiess es dazu.

Ende Februar hatte sich Martin Ebner im Video-Interview mit der «Handelszeitung» noch optimistisch gezeigt, die Corona-Krise eventuell nur mit wenigen Blessuren zu überstehen zu können. Dann verschärften sich allerdings die Probleme und es kam in der Aviatik-Welt zur bisher grössten Krise in der Branche.

Erst vor gut einer Woche kündigte Helvetic Airways an, dass es angesichts des Nachfrageeinbruchs zu einem Stellenabbau komme. Zudem stoppte das Unternehmen Anschaffungen und Investitionen per sofort.

(awp/me/tim)