Noch im vergangenen Mai betonte der 44-jährige Nicolas Rouge, CEO und Delegierter des Verwaltungsrates von Henniez, gegenüber der «Handelszeitung»: «Ich bin zu jung, um die Firma zu verkaufen. Ich habe noch einiges vor.» Rouge hält zusammen mit Bruder Pascal und Mutter Françoise 61,66% der Aktien. Nun hat sich das Blatt gewendet: Die Konzentration im Detailhandel nimmt noch mehr zu. Rouge sieht allein durch einen Verkauf an Nestlé die Überlebenschance für Henniez in der Zukunft garantiert, wie er der «Handelszeitung» erklärt. «Der Markt ändert sich so schnell, dass diese Transaktion die Fortdauer des Unternehmens und der Marke Henniez sichert.» Mit dem starken Partner Nestlé könnte Henniez auch ins Ausland expandieren, meint Rouge.


Starke Position noch stärker

Mit diesem Verkauf sind die grössten Schweizer Mineralwasserproduzenten im Besitz von global operierenden Konzernen. Valser wurde bereits 2002 an Coca-Cola verkauft. Letztes Jahr erzielte Henniez einen Umsatz von 152 Mio Fr. und beschäftigt 270 Mitarbeitenden. Sofern die Wettbewerbsbehörde der Transaktion zustimmt, verfügt Nestlé Waters mit seinen Marken San Pellegrino, Vittel, Contrex, Perrier und Acqua Panna in der Schweiz einen Marktanteil von rund 25% und wird zum grössten Player hierzulande.

Innerhalb des Nestlé-Konzerns ist diese Übernahme ein Tropfen auf den heissen Stein, da sie weniger als 0,2% zum Mineralwasserumsatz beisteuert. Aber sie stärkt die Position von Nestlé Waters nicht nur in der Schweiz, sondern ermöglicht auch eine Expansion mit dem Schweizer Wasser Henniez ins Ausland. Ein Schritt, den das Waadtländer Familienunternehmen allein nicht wagte.

Anzeige

Nestlé Waters steuert einen Fünftel zum Konzernumsatz von Nestlé bei, verfügt über 75 Marken und 103 Fabriken in 36 Ländern und beschäftigt rund 30 000 Mitarbeitende. Im 1. Semester 2007 verzeichnete Nestlé Waters ein organisches Wachstum von 10,3%.