Noch vor drei Jahren demonstrierte der Huawei-Gründer Ren Zhengfei öffentlich seine Zuversicht: Der Huawei-Ban in den USA könne dem chinesischen Netzwerkausrüster nichts anhaben und sein Unternehmen habe grosse Wachstumspläne. Ein geleaktes Memo des Gründers zeichnet jetzt jedoch ein weitaus düstereres Bild für die Zukunft seines Unternehmens und der chinesischen Wirtschaft. Das berichtet «Business Insider». 

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

In der Nachricht an seine Angestellten warnt der CEO demnach vor einer anhaltenden globalen Rezession. Schon seit einiger Zeit gehe es für Huawei nicht mehr um Wachstum, sondern ums pure «Überleben». In den nächsten «drei bis fünf Jahren» gebe es für das Unternehmen «keinen Lichtblick». Marginale Geschäftsstellen werden «geschrumpft und geschlossen», heisst es weiter. 

Die Beschäftigten müssten sich «der Realität stellen», heisst es in dem Memo. «Wir müssen zuerst überleben, und wir werden nur dann eine Zukunft haben, wenn wir überleben können», liess Ren verlauten. 

«Wir müssen zuerst überleben, und wir werden nur dann eine Zukunft haben, wenn wir überleben können»

Ren Zhengfei

Huawei hat längst seine Stellung unter den weltweit führenden Smartphone-Produzenten verloren. Zwar konnte der Konzern zuletzt erstmals seine Umsätze wieder steigern, doch der Nettogewinn ging im Jahresvergleich dennoch um ganze 35 Prozent zurück. Grund dafür seien die Covid-Massnahmen, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und der Huawei-Boykott seitens der USA.

Angespannte Wirtschaftslage in China

Das geleakte Memo ist ein Spiegel der angespannten wirtschaftlichen Lage der chinesischen Volkswirtschaft. In den Städten liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei historischen 20 Prozent. Auch eine voranschreitende Immobilienkrise und Corona-Lockdowns machen der Bevölkerung zu schaffen und halten den Konsum am Boden.

Entsprechend sagt die japanische Investmentbank Nomura noch ein Wachstum Chinas von 3,3 Prozent für das kommende Jahr voraus. Dabei drängen demnächst wieder über zehn Millionen Universitätsabsolventen auf den Arbeitsmarkt – für sie eröffnen sich nur wenige Perspektiven.

Huawei ist ein wichtiger Technologiepartner von diversen Schweizer Firmen, unter anderem von Sunrise. Die Firma gehört zu den innovativsten der Welt. Sie liefert sich seit Jahren ein Wettrennen mit Samsung und LG um die meisten Patentanmeldungen weltweit. (hz)