Die Meldung von Ikea sorgte für Aufsehen. Das schwedische Möbelhaus verzichtet in der Corona-Krise auf Staatshilfe. Das Unternehmen hat in mehreren Ländern das Gesuch um Kurzarbeitsentschädigung zurückgezogen – auch in der Schweiz. Ikea sei in der Lage, die Krise ohne Hilfe zu meistern, begründete ein Sprecher gegenüber HZ den Entscheid.

Zumindest in der Schweiz dürfte Ikea der Verzicht nicht schwer gefallen sein, denn die Verkäufe entwickeln sich seit der Wiedereröffnung aussergewöhnlich gut – und online war der Möbelkauf auch während des Lockdowns möglich. Die zwei Monate, als die Geschäfte geschlossen waren, dürften Ikea nur zehn Prozent des Jahresumsatzes kosten, sagte der Sprecher.

Auch bei den anderen grossen Möbelhändlern ist das Geschäft stark angelaufen, wie XXXLutz, Livique (Coop), Conforma und Möbel Pfister allesamt bestätigen. Mit Ausnahme von XXXLutz haben zudem alle einen Schweizer Onlineshop.

Keiner will verzichten

Doch im Gegensatz zu Ikea verzichtet keiner der Konkurrenten auf die Kurzarbeitsentschädigung. Sie ist inzwischen bei allen Unternehmen beendet. XXXLutz schickte 70 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit, bei der Tochterfirma Möbel Pfister waren rund zwei Drittel der Angestellten betroffen.

Etwas weniger hoch war die Quote bei der Coop-Möbelmarke Livique: «Ein Grossteil der Mitarbeitenden von Livique hat während der Schliessung die Kolleginnen und Kollegen in den Lebensmittel-Verkaufsstellen, in der Logistik und im Bereich der Online-Shops tatkräftig unterstützt. Der Rest befand sich in Kurzarbeit

Livique berichtet weiter über eine erfreuliche Entwicklung der Verkäufe – besonders gefragt seien «Sofas, Gartenlounges sowie Esszimmertische und Stühle». Auch im Onlineshop gebe es eine starke Zunahme der Bestellungen.

«Sehr zufrieden» über den Umsatz zeigt sich Conforama, während Möbel Pfister wiederum sehr erfreuliche Verkäufe in den Geschäften sowie ein überdurchschnittlicher Umsatz im Onlineshop meldet. Bei XXXLutz sind «die Umsatzerwartungen nach der Wiedereröffnung übertroffen worden».

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(mbü)