Herr Bieri, als Leiter Corporate & Institutional Clients – International Services & Hubs bei UBS begleiten Sie zahlreiche Schweizer Unternehmen bei der Expansion nach Asien. Wo starten Schweizer KMU typischerweise mit der Expansion?

Roger Bieri: Viele unserer Kunden wagen erste Schritte in Asien entweder via Singapur oder Hongkong. Mit seiner Lage und dem zweitgrössten Containerhafen der Welt hat sich Singapur erfolgreich als Drehscheibe für den Handel zwischen Europa und Asien etabliert. Die Infrastruktur ist erstklassig und die Administration effizient. Hongkong gilt seit jeher als fernöstliches Finanz- und Handelszentrum. Unternehmen profitieren von der guten Infrastruktur, den steuerlichen Vorteilen sowie der Nähe und Anbindung zu China. Diese Rahmenbedingungen machen sowohl Singapur wie Hongkong sehr attraktiv für Unternehmensgründungen.

Das erklärt übrigens auch, weshalb wir uns entschieden haben, UBS-Hubs für Schweizer Unternehmenskunden in diesen beiden Metropolen einzurichten. Mit den beiden Filialen operieren wir in der gleichen Zeitzone und können ohne Verzögerung mit unseren Kunden kommunizieren. Uns ist es wichtig, nahe bei unseren Kunden zu sein und ihnen jederzeit den Service zu bieten, den sie in der Schweiz von uns gewohnt sind. Überdies wollen wir den Unternehmen die Expansion proaktiv erleichtern und haben daher ein starkes Dienstleistungs- und Beratungsnetzwerk in der Region aufgebaut. Damit sind wir in der Lage, unseren Kunden einen schnellen Zugang zu vertrauenswürdigen und bewährten Partnern zu bieten.

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Welche wirtschaftlichen Gegebenheiten sind für Schweizer Unternehmen in Asien besonders Erfolg versprechend?

Wir rechnen damit, dass Asien in den nächsten Jahren der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft bleiben wird. Durch den tieferen Entwicklungsstand vieler asiatischer Länder gibt es noch Aufholbedarf. Zudem verstärkt der wachsende Konsum der aufstrebenden Mittelschicht das Wachstum. Deutliches Potenzial haben Güter wie Unterhaltungselektronik, Autos und Dienstleistungen.

Und wo liegen die grössten Herausforderungen?

Der angesprochene tiefere Entwicklungsstand resultiert oft in einer enormen und komplizierten Bürokratie, was wiederum Bewilligungsprozesse verzögert und neben einer Menge Zeit bisweilen auch einige Nerven kostet. Zudem unterliegt die Region geopolitischen Spannungen, Korruption und relativ volatilen Währungen.

Wie bereitet sich ein Unternehmen am besten auf die Expansion in die Region vor?

Es gilt, zu ermitteln, ob ein Modell mit Verkaufsagenten oder der selbstständige Vertrieb sinnvoller ist. Eine eigene Vertriebsorganisation erfordert eine gewisse Geschäftsgrösse. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Klärung organisatorischer, rechtlicher und steuerlicher Fragen. Hinzu kommt die Standortwahl: Die meisten Schweizer Unternehmen lassen sich aufgrund der eingangs erwähnten Attraktivität zuerst in Singapur oder Hongkong nieder. Danach bieten die einzelnen Länder je nach Sektor und Bedarf unterschiedliche Vorteile, aber auch Challenges.

Was begeistert Sie persönlich an Asien?

Asien ist eine faszinierende Region! Dieser Kontinent bietet eine unglaubliche Vielfalt an Kulturen, Sprachen und Landschaften, die es zu entdecken gibt. So bin ich auch privat oft unterwegs, um die Region zu erkunden. In Asien leben heute 60 Prozent der Weltbevölkerung mit einem – im Gegensatz zum Westen – sehr grossen Anteil an jungen Menschen. Dabei absorbiert die junge Generation alle Errungenschaften und schreitet voller Elan voran in eine für sie hoffnungsvolle und rosige Zukunft einschliesslich Zigtausenden von Opportunitäten. Asien schläft nie! Das Leben pulsiert. Als gutes Beispiel dient hier Singapur mit seinen ebenfalls vier offiziellen Landessprachen und einer enormen Vielfalt an Kulturen und Ethnien – und natürlich einem Paradies für «Foodies».