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Investmentgesellschaft Veraison forciert Machtkampf bei Comet

The headquarters of the company Comet in Wuennewil-Flamatt in the Canton of Fribourg, Switzerland, pictured on August 24, 2015. The company provides systems, components and services in x-ray, ebeam and RF technologies. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Comet: Das Freiburger Unternehmen wird bald einen neuen Präsidenten erhalten.

Quelle: GAETAN BALLY (79650)

Veraison stockt seine Anteile bei Comet auf. Damit stärkt der Aktionär seine Stellung im Machtkampf um die Neubesetzung des Präsidiums.

Veröffentlicht am 08.01.2019

Der Machtkampf um das Verwaltungsratspräsidium bei der Freiburger High-Tech-Firma Comet geht in die nächste Runde. Die Investmentgesellschaft Veraison hat ihren Anteil an Comet auf 10 Prozent aufgestockt, um den eigenen Kandidaten Heinz Kundert als Präsident des Gremiums zu installieren.

Nun droht an der ordentlichen Generalversammlung vom 25. April 2019 eine Kampfwahl um den Chefposten im Gremium, denn eine entsprechendes Traktandierungsbegehren zur Wahl von Kundert sei eingereicht worden, teilte Veraison am Dienstag mit.

Der Grossaktionär fordert zudem, die Senkung der Hürde für die Einberufung einer Generalversammlung von heute 10 auf 5 Prozent beziehungsweise für das Traktandierungsrecht auf 3 Prozent des Aktienkapitals zu reduzieren. Ferner soll die Traktandierung bis zu 35 Tage vor der Generalversammlung möglich sein. Aktuell beträgt die Frist 45 Tage.

Seilziehen um Präsidium

Der Verwaltungsrat von Comet selbst hat Anfang Dezember den Deutschen Christoph Kutter für das Amt des Verwaltungsratspräsidenten portiert. Der Vorschlag erfolgte im Rahmen der Nachfolgeregelung für den im April 2019 ausscheidenden Verwaltungsratschef und Präsidenten des Verbands der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie ( Swissmem) Hans Hess, wie das Technologieunternehmen mit Sitz in Flamatt damals mitteilte.

Kutter ist deutscher Physiker und seit 2012 Direktor der renommierten Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT in München und Professor für Polytronische Systeme an der Universität der Bundeswehr München. Ausserdem schaut Kutter auf 17 Jahre Erfahrungen in der Halbleiterbranche zurück.

Gegenkandidat positioniert

Veraison begründet die Positionierung eines eigenen Gegenkandidaten mit der schwierigen Situation, in der sich Comet befinde. Das Unternehmen habe 2018 mehrere Rückschläge hinnehmen müssen und die Neuausrichtung im VR-Präsidium sei daher im Interesse aller Beteiligten, schrieb Veraison und pries Kundert als ausgewiesenen Fachmann mit hervorragender Industrie-, Markt- und Kundenexpertise an.

Seit 1999 in der Technologiebranche tätig, bringe Kundert als ehemaliger Konzernchef von Unaxis (heute OC Oerlikon) und der VAT Group Führungserfahrung auf oberster Ebene mit. Als operativer sowie als ehemaliger Vizepräsident und europäischer Präsident des Halbleiterindustrieverbandes Semi International verfüge er zudem über beste Kontakte zu Kunden und relevanten Märkten, betonte Veraison.

Marktumfeld schwierig

Die vor allem im Bereich Röntgen-, und Vakuumtechnik tätige Comet Gruppe bewegt sich wirtschaftlich auf schwierigem Terrain. Im vergangenen Jahr sah sich die Gesellschaft bereits zweimal gezwungen, die Prognose für die Jahresergebnisse nach unten anpassen zu müssen. Als Grund nannte Comet die rückläufige Nachfrage von Kunden der Halbleiterindustrie sowie Probleme im Geschäft mit der Ebeam-Technologie sowie im Röntgengeschäft.

Die heikle Geschäftslage spiegelt sich im Aktienkurs. Standen die Titel im Februar 2018 noch bei knapp 169 Franken, so notierten die Valoren vor Weihnachten unter der Marke von 75 Franken. Aktuell werden die Comet-Titel bei 87,65 Franken gehandelt. Für eine strategische Neuausrichtung sprechen sich daher auch Analysten aus.

Die Experten von Baader Helvea sehen mit Kundert die Möglichkeit, die Geschäfte von Comet neu aufzustellen. Dazu zählen sie auch einen möglichen Verkauf des zyklisch anfälligen und an einer unterdurchschnittlichen Entwicklung leidenden Röntgengeschäfts. Weiteren Druck auf die Investoren orten die Analysten insbesondere mit Blick auf die weltweit schwächelnde Halbleiterindustrie. Die Aussichten für das gerade erst angelaufene Jahr seien alles andere als rosig, lautete das Fazit.

(sda/mbü)

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