1. Home
  2. Kahlschlag bei Thurgauer Kaffeemaschinenfabrikant

Thurgau
Kahlschlag bei Thurgauer Kaffeemaschinenfabrikant

Die Thurgauer Firma Eugster Frismag entlässt 19 Angestellte in Romanshorn. Hunderten Temporärmitarbeiter wird vorzeitig gekündigt. Das Unternehmen steht im Verdacht, Dumpinglöhne zu zahlen.

Veröffentlicht am 20.11.2014

Die Eugster Frismag AG, die an drei Standorten in den Kantonen St. Gallen und Thurgau Elektrohaushaltsgeräte für bekannte Marken produziert, baut Stellen ab. Die Firma beschäftigt in der Schweiz rund tausend Mitarbeitende. Ihr werden von den Gewerkschaften Tieflöhne vorgeworfen.

Im Werk in Romanshorn TG müsse man 19 Mitarbeitende entlassen, sagte Firmensprecher Paul Meiler. Er bestätigte damit einen Bericht der «Thurgauer Zeitung» vom Donnerstag.

Vorzeitige Kündigung für rund 100 Personen

Rund hundert temporären Mitarbeitenden wurde zudem vorzeitig gekündigt. Sie seien in Amriswil TG für einen Auftrag engagiert worden, der dann aber storniert wurde, sagte Meiler auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Personal nur für einen bestimmten Auftrag eingestellt werde. Damit reagiere man auf saisonale Schwankungen.

In den vergangenen Monaten ist die Firma von der Gewerkschaft Unia wiederholt kritisiert worden: Es würden teilweise Löhne unter dem Existenzminimum bezahlt. Die Vorwürfe wurden vom Unternehmen unter anderem in der SRF-Sendung «Kassensturz» zurückgewiesen.

Vorstösse im Parlament wegen Tieflöhnen

In den Kantonen St. Gallen und Thurgau gab es zu diesem Thema Vorstösse in den Kantonsparlamenten. Es seien bei Eugster Frismag Tieflöhne zwischen 2900 und 3100 Franken für Vollzeitstellen dokumentiert, hiess es in einer einfachen Anfrage des St. Galler SP-Kantonsrats Peter Hartmann.

In ihrer Antwort erklärte die St. Galler Regierung Anfang September, sie habe keine Kenntnis über die von Eugster Frismag bezahlten Gehälter und verwies auf die Tripartite Kommission, die für Lohnkontrollen zuständig sei.

(sda/ise)

Anzeige