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Kaspersky sucht Zuflucht in der Schweiz

Kaspersky Lab
Kaspersky-Lab, im Bild die Leiterin von Virus-Analysen Evgenia Krylova. Quelle: Keystone .

Die russische Cyber-Security-Firma Kaspersky Lab kommt mit Teilen in die Schweiz. Damit soll Vertrauen zurückgewonnen werden.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Der russische Hersteller von Antiviren-Software Kaspersky Lab steht im Regen: Seit September 2017 darf die amerikanische Regierung keine Produkte mehr verwenden, weil sie befürchtet, dass der russische Geheimdienst sich einmischt und die Software mit Trojanerns verseucht ist. In den letzten Wochen hat die Regierung den Druck auf amerikanische Unternehmen erhöht, weil sich nicht alle daran halten. Eine im Dezember vergangenen Jahres von Präsident Donald Trump gegebene Weisung ans Verteidigungsministerium hatte es auf Auftragnehmer und Zulieferer staatlicher Stellen erweitert.

Wie bereits in einem Aritkel von Reuters Mitte März angekündigt, soll die Speicherung und Verarbeitung von Kundendaten nun aber künftig in der Schweiz und nicht mehr in Moskau stattfinden. Zurzeit arbeiten rund 4000 Mitarbeiter für Kaspersky, zwei Drittel sind in Moskau angesiedelt. Das russische Softwareunternehmen möchte laut der «NZZ» bis Ende 2019 ein eigenes Rechenzentrum in Zürich bauen. Im Bereich Antiviren-Software gehört Kaspersky zu den vier weltweit führenden Unternehmen. Rund 400 Millionen Leute verwenden die Produkte der Russen.

Dabei sollen aber nicht nur Daten in der Schweiz gelagert werden, sondern auch die Fertigstellung der Software soll hin Zürich stattfinden, heisst es im Artikel. Laut dem Pressesprecher von Kaspersky sei die Wahl wegen der Neutralität auf die Schweiz gefallen. 

Auch Niederlande verzichtet auf Software

Nach den USA und Litauen wollen auch die Niederlande aus Sorge über eine Einflussnahme der russischen Regierung auf den Einsatz von Software des Sicherheitsspezialisten Kaspersky verzichten. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, erklärte Justizminister Ferdinand Grapperhaus am Montag in einem Brief an das Parlament. Die russische Regierung verfüge über ein «offensives Cyberprogramm», das unter anderem die Niederlande und deren Interessen ins Visier nehme. Als russisches Unternehmen müsse Kaspersky staatliche Anweisungen befolgen.

Auch in Grossbritannien warnte die für IT-Sicherheit zuständige Behörde NCSC heimische Ministerien vor der Verwendung von russischen Anti-Virus-Programmen. Auch Litauen hat ein Verbot von Kaspersky-Software erlassen und erklärt, diese könne die nationale Sicherheit gefährden. Kaspersky hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

(tdr)

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