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Mode
Kering trennt sich von Puma

Weltbekanntes Logo: Der Puma des gleichnamigen Sportartikel-Herstellers.

Sport-Sparte adé: Der französische Konzern Kering möchte sich ganz auf Luxus konzentrieren und verabschiedet sich von Sportartikel-Hersteller Puma.

Veröffentlicht am 12.01.2018

Das für Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Brioni bekannte, französische Unternehmen Kering will sich ganz auf das Luxussegment mit Schmuck, Uhren, Mode und Lederwaren konzentrieren und die Sport-Sparte aufgeben. 

70 Prozent an Puma sollen deshalb an die Anteilseigner von Kering verteilt werden, allen voran die Unternehmerfamilie Pinault, wie der Puma-Eigner am Donnerstag in Paris mitteilte. Die Investmentgesellschaft der Pinaults, Artemis, wird mit rund 29 Prozent grösster Aktionär der Nummer drei auf dem weltweiten Sportartikelmarkt, Kering selbst behält nur 16 Prozent.

Puma hat Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro

An der Börse kann das Unternehmen aus Herzogenaurach damit wieder eine grössere Rolle spielen. Puma war wegen des geringen Streubesitzes in den Kleinwerteindex SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat. Künftig sind 55 (bisher nur 14) Prozent der Aktien breit gestreut.

Puma: Zurück zu den Wurzeln

Der Puma-Verwaltungsrat begrüsste den Schritt: An der Strategie von Konzernchef Björn Gulden und seinem Team, die bereits erste Ergebnisse gezeigt habe, ändere sich nichts. «Kering und Artemis werden starke Partner von Puma bleiben.» Die Aktionäre von Kering müssen der Abspaltung (Spin-off) am 26. April an der Generalversammlung noch zustimmen.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt.

Umsatz von Puma soll auf mehr als vier Milliarden Euro klettern

«Die Marke erfreut sich eines starken Umsatzwachstums und macht Fortschritte bei der Rendite», erklärte Kering. Im vergangenen Jahr hatte Puma seine Umsatz- und Gewinnprognosen dreimal nach oben geschraubt. Der Umsatz sollte um bis zu 16 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro steigen, der operative Gewinn auf 235 bis 245 Millionen Euro - fast doppelt so viel wie 2016.

Kering setzt voll auf Luxus

Die im Luxussegment gewohnten Profite hatte Puma aber nie erreicht. Kering-Chef Francois-Henri Pinault bezeichnete die Abspaltung als «wichtigen Meilenstein» in der wechselvollen Firmengeschichte seines Unternehmens. «Wir haben eine gute Grundlage für eine rosige Zukunft von Puma gelegt. Kering würde sich dann ganz der Entwicklung der Luxury Houses widmen.»

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vorher über die Pläne berichtet. Das drückte die Puma-Aktie um vier Prozent auf 339 Euro. Spekulationen über einen Verkauf der Kering-Tochter kursierten seit längerem und hatten die Papiere im vergangenen Jahr um fast 100 Euro nach oben getrieben.

Damit ist Puma an der Börse wenigstens wieder so viel wert wie die Franzosen gezahlt hatten. Die Hoffnung auf ein lukratives Übernahmeangebot ist mit der Abspaltung aber zunächst zerstoben.

(sda/tdr)

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