In der Affäre rund um die Beschattung eines ehemaligen Spitzenmanagers läutet die Großbank Credit Suisse eine weitere Runde ein. Das Schweizer Institut lehnt die Bestellung der Anwaltskanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan als unabhängigen Prüfer des Falls weiterhin ab und legt Berufung gegen einen entsprechenden Gerichtsentscheid ein.

«Credit Suisse bestätigt, dass sie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom Bundesgericht überprüfen lässt», erklärte die Bank am Freitag. Zuvor hatte die Zeitung «Tages-Anzeiger» über die Berufung berichtet.

Prüfer seien nicht unabhängig

Über die im Herbst vergangenen Jahres publik gewordene Überwachung des früheren Star-Managers Iqbal Khan sowie einen zweiten ähnlichen Fall waren sowohl Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam als auch Chief Operating Officer Pierre-Olivier Bouee gestrauchelt.

Khan-Affäre: Am Anfang stand die Machtkonzentration

«Starbanker» Iqbal Khan gelangte an den Verwaltungsrat. Das löste die Affäre aus. Mehr dazu hier

Zur Untersuchung der Affäre hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma einen unabhängigen Prüfbeauftragten bei der Credit Suisse installiert. Doch die Bank spricht Quinn Emanuel die Unabhängigkeit ab. «Nach unserer Auffassung ist Quinn Emanuel nicht wie gesetzlich gefordert unabhängig, weil sie weltweit viele Gerichtsprozesse gegen die Bank führt», heisst es in der Stellungnahme. Dennoch arbeite die Bank weiter vollumfänglich mit dem Prüfbeauftragten zusammen.

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Die Finma entgegnete, bei der Mandatierung von Prüfbeauftragten messe die Behörde der Frage der Unabhängigkeit grosses Gewicht bei. Die Vorabklärungen des Prüfbeauftragten liefen wie geplant weiter. 

(reuters/tdr)