Das Jahr 2021 dürfte für die Kinos nur unmerklich besser enden als das Corona-Katastrophenjahr 2020. Zwar haben sie den Vorjahreswert von 4,3 Millionen Eintritten bereits geschlagen. 4,42 Millionen Tickets wurden im laufenden Jahr bis zur Kalenderwoche 48 Ende November verkauft, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Und noch fehlen die – normalerweise wichtigen – letzten vier Wochen des Jahres.

Doch viel wird heuer wohl nicht mehr dazukommen, denn seit November sind die Werte wieder stark eingebrochen, zuletzt auf etwa die Hälfte dessen, was vor Corona normal war. Mit etwas Glück kommen die Kinos bis Ende Jahr noch auf 5 Millionen Eintritte. 2019 waren es 12,5 Millionen.

«Mit den zunehmenden Covid-19-Fallzahlen im Herbst hat sich die Situation für die Kinos wieder verschlechtert», konstatiert René Gerber vom Verband Procinema. Geschlossene Räume mit vielen Menschen wurden eher wieder gemieden. Einen direkten Effekt aus der im Herbst eingeführten Zertifikatspflicht kann er dagegen nicht ausmachen. «Das haben wir damals nicht gespürt.» Den Effekt der neuesten 2G-Vorschriften könne man noch nicht abschätzen, sagt Gerber.

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Als wichtig bezeichnet der Verbandsdirektor, dass der Bund vor kurzem die Corona-Unterstützungsmassnahmen verlängert hat, die ansonsten Ende Jahr ausgelaufen wären. «Das wird die Branche wohl in Anspruch nehmen müssen.» Bisher macht Gerber noch keine Corona-bedingten Kinoschliessungen aus. Allerdings hat die Swisscom-Tochter Blue diese Woche die Schliessung ihres letzten Kinos in Basel bekannt gegeben – und dabei auch auf Corona verwiesen.

Spitzenreiter James Bond

Bei den Filmen gab es im vergangenen Jahr einen klaren Spitzenreiter: Mit zuletzt 813’000 Eintritten hat «No Time to Die» aus der James-Bond-Reihe nicht nur statistisch jede zehnte Person in der Schweiz ins Kino gelockt, sondern auch den zweitplatzierten «Fast & Furious 9» mit dessen 238’000 Eintritten weit hinter sich gelassen. Auf Rang drei liegt derzeit das Remake von «Dune» mit 194’000 Eintritten.

Überdurchschnittlich dominant war im vergangenen Jahr denn auch das amerikanische Kino. 70,4 Prozent aller Eintritte wurden bislang bei US-Produktionen verbucht (nach 52,6 Prozent im Vorjahr und 66,6 Prozent 2019). Entsprechend schlecht kommt das heimische Kino weg: Europäische Filme kommen auf 22,7 Prozent und Schweizer Produktionen sogar nur auf 4,4 Prozent. Im Vorjahr konnte der Schweizer Film – unter anderem dank «Platzspitzbaby» – noch einen Rekordanteil von 13,8 Prozent verbuchen.