In Hotels werden besonders oft die Shampoo-Fläschchen und andere kleine Seifen eingepackt. Doch nicht nur solche Streuartikel werden mitgenommen. Eine Umfrage zeigt nun, dass vor einigen Hotelgästen nichts sicher ist.

In einer Umfrage für das deutsche Online-Reiseportal Travel24 lieferten 5'800 Urlauber Einblicke in ihre Feriengewohnheiten. Acht Prozent geben zu, dass sie den einen oder anderen Gegenstand mitgenommen haben. Auf Deutschland hochgerechnet sind dies 4,5 Millionen Urlauber, welche gemäss Berechnungen von Travel24 einen Schaden von 37 Millionen Euro verursachen.

Kleine Feriensouvenirs besonders beliebt

Am meisten werden Hygieneprodukte wie beispielsweise Shampoo-Fläschchen und Seifen eingesteckt. Selbst wenn nur ein angebrochenes Fläschchen mitgenommen wird wäre dies aus rechtlicher Sicht ein Diebstahl. Nur wenige haben nach eigenen Angaben um Erlaubnis gefragt, bevor sie etwas mitgenommen haben. Schreibwaren sind auch beliebt.

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Stifte, Papierblöcke oder Schreibtisch-Schutzhüllen sind eigentlich auch nur vom Hotel zur Verfügung gestellt worden. Dennoch greifen auch an dieser Stelle viele beherzt zu. Doch dies mag ja noch als Kavaliersdelikt durchgehen. Einige Gäste sind jedoch richtig dreist. So haben 28 Prozent der Befragten schon mal das Handtuch abgestaubt. Etwas weniger beliebt sind Flaschenöffner, Trinkgläser und Bademäntel. Nur drei Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwei Jahren das Besteck mitgehen lassen. Elektronik und Einrichtungsgegenstände werden von den Langfingern in seltenen Fällen abtransportiert.

Sie sind jung und intelligent

So geben nur zwei Prozent an, einen Föhn oder Möbel geklaut zu haben. Der Fernseher hat nur einem Prozent besser gefallen als erlaubt. Bedauerlicherweise beantwortet die Umfrage nicht wie die teilweise sperrigen Gegenstände aus dem Hotelzimmer befördert wurden. «Alles, was sich in einem Hotelzimmer befindet, ist grundsätzlich Eigentum des Hotels», sagt Corinne Seiler, Mediensprecherin von Hotelleriesuisse. «Möchte man etwas mitnehmen, das über kleinere Streuartikel wie etwa Kugelschreiber oder Seife hinausgeht, empfehlen wir den Gästen, kurz an der Rezeption nachzufragen», fügt sie an. Doch wie sehen die typischen Hoteldiebe aus?

In der Umfrage geben 65 Prozent der Diebe an zwischen 14 und 44 Jahre alt zu sein. Überraschend: Mehr als die Hälfte diebischen Umfrageteilnehmer besitzen das Abitur (Matur). Am ehrlichsten scheinen hingegen Personen zu sein, die nur die obligatorische Schulzeit absolviert haben. Ihr Anteil beträgt nur neun Prozent. In der Umfrage zeigt sich auch, dass das Einkommen auch ein Faktor ist. Die Umfrage zeigt, dass mit steigendem Einkommen auch die Diebstahlquote sinkt. «Es kommt ganz auf das Gästesegment an», sagt Heinz Krähenbühl General Manager des Crowne Plaza in Zürich an. So ist diese Verhaltensweise bei Corporate- und Stammkunden eher unüblich. Für alle die sich nun ertappt fühlen gilt: Fragen kostet nichts! Beim nächsten Hotelbesuch einfach daran denken.