Dies für den Fall, dass die Preistreiberei in Davos weiter um sich greift. Einen Wegzug von Davos und damit aus der Schweiz schloss er deshalb nicht aus.

Die Teilnehmenden des WEF seien gerne bereit, für eine gute Leistung entsprechend zu bezahlen, sagte Schwab in einem Interview der «Südostschweiz» vom Samstag. Sie reagierten jedoch sehr empfindlich, wenn sie das Gefühl hätten, ausgebeutet zu werden.

«Wenn eine solche Preistreiberei um sich greift, dann könnte es sein, dass wir einem solchen Druck unserer Teilnehmer ausgesetzt werden, dass wir trotz eigenem besten Willen Davos als Standort aufgeben müssen», sagte Schwab. «Ich muss hier allerdings auch sagen, dass wir von Einzelfällen sprechen, und wir froh sind, dass sich Hoteliers, Wohnungsvermieter und Gastronomiebetreiber ihrer kollektiven Verantwortung bewusst sind.»

Mit Davos bestehe heute nicht nur eine Zusammenarbeit, sondern eine echte Partnerschaft, an der nicht gerüttelt werden soll. Das WEF möchte nach fünfzig Jahren eine Gemeinschaft, die sich bewährt habe und in der man zusammengewachsen sei, nicht auflösen. «Im Gegenteil, wir wollen sie nicht nur aufrechterhalten, sondern weiterentwickeln. Dazu gehört aber auch, dass die notwendigen Voraussetzungen gewährleistet sind», sagte Schwab weiter.

So habe das WEF kürzlich gegenüber den Davoser Behörden präzisiert, dass es, um die WEF-Teilnehmer unterzubringen, mindestens 2800 Hotelzimmer zu akzeptablen Preisen benötige. Und dass auch die Unterkunft der Mitarbeitenden in genügend Wohnungen garantiert sein müsse.

«Falls wir diese Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sehen, müssten wir schweren Herzens nach einem anderen Standort Ausschau halten», sagte Schwab. Leider würde dies auch den Weggang von der Schweiz bedeuten, da in Bezug auf die Tagungsinfrastruktur keine Alternative zur Verfügung stehe.

(sda/dhü)