Während diverse Airlines infolge Corona-Shutdowns bereits am Ende sind, wie die britische Flybe, die irische Cityjet, Virgin Australia oder der Langstrecken-Billigflieger Nor­wegian, und während Lufthansa und Swiss um staatliche Unterstützung ver­handeln, weil der Konzern stündlich eine Million Euro Geld verbrennt – da planen Lufthansa-Boss Carsten Spohr und Swiss-Chef Thomas Klühr bereits für die Zeit nach Corona: Spohr hat diverse Lang­streckenflieger stillgelegt und dürfte vor allem die spritfressenden vierstrahligen Airbusse vom Typ A340-600 dauerhaft am Boden lassen.

Auch die Swiss, berichtet ein Insider, schaue ihre fünf verbliebenen ­Maschinen vom Schwestermodell A340-300 sehr kritisch an. Allerdings hat sie diese gerade aufwendig umgebaut, inklusive neuer First-Class-Sitze, was 15 bis 20 Mil­lionen Franken pro Maschine gekostet ­haben dürfte. Dieses Geld werde Swiss wohl kaum abschreiben wollen.

Deshalb sollen die Swiss-Chefs, die sich zum Thema nicht äussern, ihre Mittel­streckenflotte unter die Lupe nehmen: ­Jeweils eine Handvoll der Airbusse vom Typ A320 und A321 sind rund 20 Jahre alt, die kleineren A319 hat Swiss bereits in aller Stille ausgeflottet. Da liegt es nahe, auch die älteren Brüder stillzulegen.

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Helvetic steht finanziell gut da

Hier kommt die Helvetic ins Spiel. Operativ zwar abhängig von den Aufträgen der Swiss, steht sie finanziell dennoch gut da: Sie besitzt ihre Flugzeuge, zahlt also kein Leasing, ist gut kapitalisiert, sagt Helvetic-CEO Tobias Pogorevc, und «ein allfälliger Liquiditätsengpass wird von unserem ­Eigentümer überbrückt»; gemeint ist der gut situierte Banker Martin Ebner.

Sollten nun im Sommer Ferienregionen öffnen, könne Helvetic Charterflüge für ­Reiseveranstalter durchführen. Und auch wenn der Linienverkehr der Swiss wieder startet, sieht Pogorevc «gute Chancen für unsere Flotte an Regionalfliegern, weil gros­se Maschinen anfangs kaum zu füllen sein werden», sei es Charter oder Linie. Zumal Helvetic Schätzungen zufolge ein Fünftel günstiger fliegt als die Swiss; der Auftraggeber könnte also auch Geld sparen.

Pogorevc sagt, er spüre bereits steigenden Bedarf. Zumal er glaubt, dass der Flugbetrieb frühestens 2022 wieder das Level von 2019 erreicht.