Die Aufgaben des Audit Committee werden immer vielfältiger, doch die Überwachung der Finanzberichterstattung bildet nach wie vor den Kern seines Aufgabengebietes. Ein Informationsaustausch mit der externen Revision hilft dem Audit Committee, die Einhaltung der Rechnungslegungsnormen zu überprüfen und die Qualität des Rechnungswesens zu beurteilen. Er trägt auch dazu bei, Überraschungen aus der Prüfung der Jahresrechnung zu vermeiden. Im Dialog mit dem Wirtschaftsprüfer kann das Audit Committee zudem frühzeitig Trends und Entwicklungen für die finanzielle Berichterstattung erkennen.

Die Einhaltung von Qualitäts- und Unabhängigkeitsstandards seitens der Revisionsstelle ist ein anderer entscheidender Aspekt für das Audit Committee. Dazu erwartet es eine Stellungnahme des Prüfers. Auch möchte das Audit Committee die Risiken, die der Prüfer identifiziert hat, kennen und die aus der Risikoanalyse resultierende Prüfungsplanung verstehen. Auf der Basis dieser Informationen kann es den Prüfungsansatz mit seinen eigenen Vorstellungen über die Risiken möglicher Falschdarstellungen in der Jahresrechnung vergleichen und allenfalls notwendige Abstimmungen mit der internen Revision besprechen. Darüber hinaus kann der Prüfungsausschuss Hinweise auf die Qualität der Arbeit der Revisionsstelle gewinnen.

Themen der Corporate Governance fallen meist in den Zuständigkeitsbereich des Audit Committee. In der Schweiz gilt der Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance als Standard für Good Corporate Governance. Dieser Selbstregulierungskodex von Economiesuisse umschreibt die Anforderungen an die Tätigkeit des Audit Committee. Die Notwendigkeit einer intensiven Kommunikation mit der externen Revision lässt sich somit unmittelbar aus der Aufgabenstellung des Audit Committee ableiten. Bemerkt die Revisionsstelle Verstösse gegen Compliance-Vorgaben, ist dies ein wichtiger Diskussionspunkt in den Gesprächen zwischen Audit Committee und externer Revision.

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Neue Kommunikations-Anforderungen

Die Aufgaben der externen Revision sind gesetzlich festgelegt und betreffen in erster Linie die Prüfung der Jahresrechnung. Die Schweizer Prüfungsstandards (PS) und die International Standards on Auditing (ISA) nehmen vielfach auf die Existenz eines Audit Committee Bezug. Die Vorgaben der Prüfungsstandards haben mithin einen unmittelbaren Einfluss auf den Informationsaustausch zwischen dem Prüfer und dem Audit Committee. Die ISA wurden vor Kurzem umfassend überarbeitet. Die revidierten Standards verlangen schriftliche Berichte des Prüfers und definieren Minimalanforderungen an deren Inhalt. Die Kommunikation sollte zudem zeitgerecht erfolgen.

Auch das Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB), die Aufsichtsbehörde der Prüfer in den USA, hat 2010 den Entwurf für einen Prüfungsstandard vorgestellt, der die Kommunikation des Prüfers mit dem Audit Committee neu regeln soll. Dieser PCAOB-Standard geht teilweise über die Regelungen der ISA hinaus, ist jedoch in den wenigsten Fällen weitreichender als derzeit beobachtbare Best Practices der Kommunikation zwischen dem Audit Committee und der Revisionsstelle.

Eine neue Anforderung des PCAOB-Standards, die nicht in den ISA enthalten ist, verlangt von den Prüfern, den Informationsaustausch zwischen dem Audit Committee und der externen Revision zu beurteilen. Eine Möglichkeit dazu besteht darin, sogenannte Private Sessions abzuhalten. Dies sind Besprechungen zwischen dem Audit Committee und den Prüfern ohne die Teilnahme der Geschäftsführung. Sie sollen unter anderem einen offenen Austausch zwischen dem Audit Committee und der externen Revision über die Arbeit der Geschäftsführung erlauben.

In der Schweiz gibt die Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde den Prüfern börsenkotierter Unternehmen den Mindestinhalt der umfassenden Berichte an den Verwaltungsrat gemäss Art. 728b Abs. 1 OR vor. Die dort formulierten Inhalte entsprechen weitgehend den Anforderungen der Prüfungsstandards.

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Auf individuelle Erwartungen eingehen

Ein effektiver und effizienter Informationsaustausch zwischen dem Audit Committee und der externen Revision beschränkt sich nicht auf normativ vorgeschriebene Aspekte. Vielmehr muss eine konstruktive Kommunikation auf die individuellen Anforderungen und Erwartungen eingehen - sowohl aus Sicht des Audit Committee als auch aus Sicht der externen Revision. Das dient den Zielen beider Seiten: Diese Art der Kommunikation trägt dazu bei, Risiken und Fehlentwicklungen in der finanziellen Berichterstattung frühzeitig erkennen und beheben zu können.