Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel hat im vergangenen Jahr erneut einen höheren Umsatz und Reingewinn erzielt. Die Erwartungen der Analysten hat das Unternehmen knapp getroffen, die Aktionäre sollen an der positiven Geschäftsentwicklung nun mit einer höheren Dividende beteiligt werden.

Konkret stieg der Nettoumsatz um 11,7 Prozent auf 20,8 Milliarden Franken, nachdem nach den ersten neun Monaten allerdings bereits ein Plus von 13,6 Prozent resultiert hatte. Mehr Aussagekraft hat der um die volatilen Frachtraten bereinigte Rohertrag. Dieser legte um 9,8 Prozent auf 7,71 Milliarden Franken zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Damit hat die Dynamik im vierten Quartal etwas abgenommen, denn für den Zeitraum von Januar bis September wurde ein Plus von 11,7 Prozent ausgewiesen.

Marge auf über 16 Prozent steigern

«Für Kühne + Nagel war 2018 ein weiteres erfolgreiches Jahr – trotz eines sich am Jahresende abschwächenden Marktes. Wir konnten Nettoumsatz, Rohertrag und EBIT erneut steigern», wurde Detlef Trefzger, CEO von Kühne+Nagel in der Meldung zitiert.
 

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT erhöhte sich um 5,3 Prozent auf 987 Millionen Franken. Die sogenannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag beschreibt und eine wichtige Kennzahl in der Branche ist, kam auf Gruppenebene bei knapp 13 Prozent zu liegen. Als neues Mittelfristziel möchte Kühne+Nagel die Marge in den nächsten Jahren bekanntlich auf über 16 Prozent steigern.

Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg um 4,5 Prozent auf 770 Millionen Franken. Mit dem Zahlenkranz wurden die Prognosen der Analysten grösstenteils knapp erreicht.

Kühne + Nagel
Fracht Der Logistikriese zählt zu den zwanzig grössten Konzernen im globalen Geschäft – wobei er auf Industriekunden spezialisiert ist und kaum mit den Massenspediteuren wie UPC konkurrenziert. Kühne + Nagel ist mit 79 000 Mitarbeitenden in rund hundert Ländern präsent und ist insbesondere stark als Seefracht-Spediteur (Rang eins weltweit), als Luftfracht-Spediteur (Rang zwei) und in der Kontraktlogistik (Rang zwei).

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Der Generalversammlung schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer höheren Dividende von sechs Franken je Aktie vor, im Vorjahr kamen 5,75 Franken zur Auszahlung. Hier hatten Analysten im Durchschnitt mit 5,97 Franken gerechnet.

Änderungen im Verwaltungsrat

Für das Geschäftsjahr 2019 zeigt sich die Konzernleitung optimistisch. Man blicke zuversichtlich in das Jahr 2019, wird Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle in der Meldung zitiert. «Auch mittel- und langfristig bieten die tiefgreifenden und umfassenden Veränderungsprozesse in allen Bereichen der Weltwirtschaft für Kühne+Nagel grosse Chancen.»

An der kommenden Generalversammlung wird ausserdem die Zuwahl von David Kamenetzky in den Verwaltungsrat vorgeschlagen, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der 50-Jährige ist Mitglied des vierköpfigen Konzernvorstands des weltgrössten Bierproduzenten Anheuser-Busch InBev.

Er verantwortet dort den Bereich Strategie und Externe Angelegenheiten. Kamenetzky ist gemäss der Mitteilung Deutscher und Schweizer Staatsbürger und hat seinen ständigen Wohnsitz in den USA. Austreten werden aus dem Verwaltungsrat dagegen Jürgen Fitschen und Hans Lerch.

Klaus-Michael Kühne: Der Hamburger

Präsident der Kühne-Stiftung, Ehrenpräsident Kühne + Nagel, Mehrheitsaktionär: Das ist Klaus-Michael Kühne. Er ist seit 1958 im familieneigenen Speditionsunternehmen tätig, 1969 verlegte er den Firmensitz von Bremen nach Schindellegi SZ.

Im Januar 2019 sassen «Handelszeitung»-Chefredaktor Stefan Barmettler und «Handelszeitung»-Chefökonom Ralph Pöhner mit dem 81-Jährigen zusammen. Sie sprachen darüber, warum Kühne die Schweiz lieber in der EU sähe und was der Firmenpatron vom Handelskrieg denkt. Lesen Sie das ganze Interview hier. 

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(sda/ise/tdr)