Der grösste Aktionär des Schweizer Zementkonzerns Holcim stellt sich hinter Eric Olsen als Chef des zukünftigen Branchenriesen LafargeHolcim. «Thomas Schmidheiny hält Eric Olsen für eine sehr gute Besetzung», sagte Schmidheinys Sprecher am Donnerstag. Schmidheiny sei froh, dass die Frage des Konzernchefs innerhalb kurzer Frist geklärt worden sei.  «Er erwartet, dass sich die beiden Unternehmen nun konsequent darauf konzentrieren, den Zusammenschluss energisch voranzutreiben.»

Die Zementkonzerne Holcim und Lafarge haben sich auf Eric Olsen als neuen CEO für den fusionierten Konzern verständigt. Das Lafarge-Direktionsmitglied werde sein Amt mit dem Abschluss der Fusion antreten, schrieben die Unternehmen am Donnerstag in einer gemeinsamen Medienmitteilung und bestätigen damit entsprechende Medienberichte vom Vorabend.

Die Ernennung durch die Verwaltungsräte von Lafarge und Holcim erfolge auf Vorschlag von Bruno Lafont, Chairman und CEO von Lafarge, heisst es weiter.

Nachverhandlungen und neue Bedingungen

Holcim und Lafarge hatten sich im März in Nachverhandlungen auf neue Bedingungen für ihren Zusammenschluss geeinigt. Dabei war neben der Anpassung des Austauschverhältnisses zugunsten von Holcim auf neun zu zehn, statt zuvor eins zu eins, war auch vereinbart worden, dass Lafarge-CEO Bruno Lafont nicht wie ursprünglich vorgesehen CEO des fusionierten Konzerns wird.

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Holcim hatte gemäss Insidern den Franzosen wegen seines Führungsstils abgelehnt. Laut der revidierten Fusionsvereinbarung sollte Lafarge einen Kandidaten für den CEO-Posten vorschlagen.

Französisch-amerikanischer Doppelbürger

Der nun nominierte französisch-amerikanische Doppelbürger Olsen arbeitet laut den Angaben seit 1999 für Lafarge und war zunächst in verschiedenen Funktionen für Lafarge Nordamerika tätig. Seit 2007 ist er Mitglied des Executive Committee des französischen Zementkonzerns. Sein Gesellenstück lieferte der 51jährige mit der Integration der ägyptischen Orascom mit ihren Geschäften in Afrika, dem Nahen Osten und Asien ab. Seit 2013 bekleidet er den Posten eines «Vice President Operations».

«Ich freue mich sehr, dass Eric Olsen zukünftiger CEO von LafargeHolcim wird. Mit seiner vielfältigen internationalen Erfahrung und seinem Wissen um die Kernmärkte ist er bestens gerüstet, das fusionierte Unternehmen zum Wohle von Mitarbeitenden, Aktionären und Kunden zu führen», wird Holcim-VRP Wolfgang Reitzle in der Mitteilung zitiert. «Eric Olsen wurde sowohl aufgrund seiner persönlichen als auch seiner professionellen Qualitäten als zukünftiger CEO von LafargeHolcim vorgeschlagen», heisst es von Bruno Lafont.

Aktionäre überzeugen

Bevor die Firmenehe tatsächlich vollzogen werden kann, muss Holcim-Präsident Reitzle aber versuchen, die gegen den Deal aufbegehrenden Aktionäre von Olsen und dem Sinn des Zusammenschlusses zu überzeugen. So hat der amerikanische Fonds Harris Associates seine Zustimmung zur Transaktion von der Person des Konzernchefs abhängig gemacht.

Spricht sich Harris gegen die Transaktion aus, dürfte es eng werden, denn die Hürden sind hoch. Auf der Generalversammlung am 8. Mai müssen sich zwei Drittel der Aktionäre für das Zusammengehen aussprechen. Der mit einem Anteil von über zehn Prozent zweitgrösste Aktionär Eurocement hat sich bereits ablehnend geäussert, wenn es beim gegenwärtigen Preis bleibt. Dazu kommen weitere kleinere Fonds, die Holcim alleine besser aufgestellt sehen.

Bruno Lafont verhindert

Monatelang schien die vor einem Jahr eingefädelte Fusion unbestritten. Im März machte die Schweizer Seite dann aber einen Rückzieher. Auf Druck der eigenen Aktionäre setzte Holcim angesichts der zuletzt besseren Geschäftlage Nachbesserungen beim Preis durch. Zudem verhinderten die Schweizer, dass Lafarge-Lenker Bruno Lafont wie ursprünglich geplant Chef des fusionierten Konzerns wird. Die beiden Zementriesen einigten sich darauf, dass Lafarge einen Vorschlag machen kann, dem Holcim allerdings zustimmen muss.

(sda/gku)