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Liebherr-Dynastie verwirrt den FC Southampton

Team des FC Southhampton: Hinter den Kulissen rumort es gewaltig. (Bild: Keystone)

Nach dem Rücktritt des CEO bahnt sich beim Klub aus der englischen Premier League eine Krise an. Zu verantworten hat das ein Sprössling des Schweizer Milliardenimperiums Liebherr.

Von Dominic Benz
am 16.01.2014

Beim englischen Fussballklub Southampton rumort es. Zu verantworten hat dies eine Schweizerin: Katharina Liebherr. Sie ist Eigentümerin des Traditionsklubs. Seit vergangenem Sommer liegt sie im Clinch mit dem CEO von Southampton, dem Italiener Nicola Cortese. Laut Berichten hatten beide gänzlich unterschiedliche Meinungen in Bezug auf die Zukunft des Klubs – nun hat Cortese seinen Chefsessel per sofort geräumt.

Laut einer offiziellen Mitteilung des Klubs wird ein neuer Nachfolger gesucht. Bis es soweit ist, steht die Eigentümerin alleine da.

Vermögen von rund 7,5 Milliarden Franken

Als Person ist Katharina Liebherr in der Schweiz wenig bekannt – dafür umso mehr ihre Familie. Diese steht hinter dem in Bulle ansässigen Grossunternehmen Liebherr, einem der weltweit führenden Hersteller von Kränen, Baufahrzeugen, Werkzeugmaschinen und Kühlschränken. Dem Konzern sind ausserdem diverse Hotels angeschlossen.

2012 erwirtschaftete das Familienimperium einen Umsatz von knapp 11 Milliarden Franken. Die «Bilanz» führt die Grossfamilie in ihrer jährlichen Liste der «300 reichsten Schweizer» auf dem 16. Platz – das Vermögen wird auf rund 7,5 Milliarden Franken geschätzt.

Retter des FC Southampton

Der Vater von Katharina, Markus Liebherr, war einer von fünf Geschwistern, die das 1949 gegründete Unternehmen in den 1980er Jahren in zweiter Generation übernahmen. Als er sich später vom familieneigenen Betrieb löste, gründete er im Jahr 2000 die auf Einspritz- und Antriebstechnik spezialisierte Mali-Holding.

2009 kaufte der milliardenschwere Unternehmer und Fussball-Liebhaber schliesslich den FC Southampton. Der Klub war soeben Pleite gegangen und stieg in die dritthöchste Liga ab. Als CEO ernannte Liebherr Nicola Cortese, der als Banker dem Schweizer beim Deal strategisch unter die Arme griff.

Neues Ungemach

Als 2010 Markus Liebherr verstarb, übernahm seine Tochter Katharina den Klub. Diesem schien der Wechsel nichts auszumachen. Er rappelte sich auf – und spielte sich zurück in die englische Premier League.

Mit dem Rücktritt von Cortese droht ihm jedoch neues Ungemach. Der Trainer der Mannschaft, Mauricio Pochettino, liess schon vor Monaten verlauten, dass er im Falle von Corteses Weggang seinen Job quittieren werde. Ein Blick zu den englischen Buchmachern zeigt: Nicht wenige wetten darauf, dass der Argentinier seine Drohung schon bald wahr macht.

Kein Interesse an Fussball

Damit bleibt die Zukunft des FC Southampton einmal mehr im Ungewissen. Englische Medien werfen Katharina Liebherr vor, sie interessiere sich weder für den Verein noch für Fussball. Man munkelt, dass der Klub lediglich ein kleines Rädchen im Imperium Liebherr sei. Gerade gut genug für ein Investment.

 

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