Essenabfälle, was tun damit?

Sechs kritische Thesen zum Kampf gegen Foodwaste

Von Seraina Gross
am 19.02.2020 - 11:21 Uhr

Verhindern Apps wie Too Good To Go Abfall oder heizen sie vielmehr den Konsum an?

Quelle: Getty Images

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850'000 Mahlzeiten will das Portal «Too good to go» bisher vor dem Abfall gerettet haben, alleine in der Schweiz. Soweit die Theorie.

Das die App dazu führt, dass mehr Nahrungsmittel produziert und in den Verkauf kommen, lässt sich zumindest nicht ausschliessen, denn Tatsache ist: Die App ist ein zusätzlicher Vertriebskanal. Die Gefahr einer Produktionssteigerung sei inheränt, sagt Urs Niggli vom Fibl.

Die App ist eine zusätzliche Vermarktungsmöglichkeit für die Unternehmen. So vermarktet Too Good To Go sein Angebot und so wird es auch von den Betrieben verstanden. «Ein schöner Nebeneffekt» sei, schreibt die Migros, dass «wir mit der App eine zusätzliche Zielgruppe ansprechen können».

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Betriebe planen Überschuss fest ein

Die Erklärung: Wenn, wie das bei Too Good To Go der Fall häufig ist, die Inhalte schon am Vortag angeboten und verkauft werden, dann müssen die Betriebe das in ihre Kalkulationen einbeziehen – vor allem, wenn sie spezifische Gerichte oder Artikel auf der Plattform ausloben.

Lebensmittel in der Wundertüte

Doch auch die «Magic Bags», die Überraschungstüten, wie sie von Too Good To Go empfohlen werden, müssen irgendwann in den Stunden vor dem Abholtermin gefüllt werden. Sonst riskieren die Betriebe, dass sie gekaufte Ware nicht liefern können.

Filialangestellte würden bereits tagsüber die für Too Good To Go in Frage kommenden Produkte aussortieren, schreibt die Migros. «Lebensmittel in der Wundertüte können nicht vorab bestimmt werden».

Gleichzeitig versichert der Grossverteiler: «Das Angebot wird sich nach den verfügbaren Lebensmitteln richten. Der Einkauf wird nicht erhöht». Too Good To Go sagt: «Extra für die App zu produzieren, wäre kein valides Geschäftsmodell.

Dean & David, Bleicherweg 19, 8002 Zürich

► IM TEST

Anbieter: Dean & David, Bleicherweg 19, 8002 Zürich
Inhalt der Tüte: Gelbes Thai-Curry (in der Recycling-Box mit Deckel)
Bestellt am: 11. Februar um 17.00 Uhr Abgeholt am: 11. Februar um 19.50 Uhr
Bezahlt: 4.90 Franken Regulärer Preis: 15.00 Franken

Quelle: ZVG